Kindernamen

Vornamen: Mia und Ben beliebt – Pims und Ulme zu exotisch

Sophie, Alexander – oder doch lieber Lunis? Für welche Namen sich Eltern 2016 entschieden haben, werten Sprachforscher regelmäßig aus.

Sophie, Marie und Mia oder Maximilian, Alexander und Ben – großartig verändert hat sich der Geschmack von Eltern bei der Namenswahl für den Nachwuchs offenbar nicht.

Sophie, Marie und Mia oder Maximilian, Alexander und Ben – großartig verändert hat sich der Geschmack von Eltern bei der Namenswahl für den Nachwuchs offenbar nicht.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Wiesbaden.  Deutsche Eltern sind ihrem Geschmack bei den beliebtesten Vornamen für ihr Baby 2016 wohl weitgehend treu geblieben. Wie in den Vorjahren dürften Sophie und Marie sowie Maximilian und Alexander wieder auf den Spitzenplätzen landen, sagte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Mittwoch in Wiesbaden anhand von Stichproben bei fünf großen Standesämtern voraus.

Auch der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld veröffentlichte ein Namens-Ranking: Bei ihm bleiben Mia und Ben an der Spitze. Bis auf eine Ausnahme im Jahr 2014, als Emma bei den Mädchen dazwischenfunkte, gehen demnach Mia und Ben seit 2011 Hand in Hand.

Elias und Mila heiße Anwärter auf Top Ten

Laut GfdS gibt es aber auch Überraschungen: Bei den Jungen könnte womöglich Elias weit vorne landen, der Mädchenname Mila ist als Neueinsteiger ein heißer Kandidat für die aktuelle Top-Ten-Liste. In den Top Ten von Namensforscher Bielefeld rangieren Mila auf dem siebten und Elias auf dem vierten Platz.

„Rund 90 Prozent der Eltern vergeben den Namen nach Schönheit und Klang“, sagte GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels. Auch der Trend zu mehreren Vornamen sei ungebrochen. Der Expertin zufolge bekommen etwa 40 Prozent der Kinder zwei oder mehr Vornamen.

Grünes Licht für Christmas, Miracle und Kedyra

Damit sei auch zu erklären, dass sich bestimmte Namen bereits seit vielen Jahren auf der Liste der beliebtesten zehn finden, sagte Ewels. Dazu zählten Maria oder Alexander, die gerne als Zweitname vergeben werden. Bielefeld wertet Erst- und Zweitnanmen anders aus als die GfdS, was unterschiedliche Ergebnisse erklären kann.

Haben Eltern den Wunsch nach einem ungewöhnlichen Vornamen, dann erstellen die GfdS-Berater regelmäßig Gutachten als Entscheidungshilfe für die Standesämter. Grünes Licht wurde 2016 unter anderem gegeben für Christmas, Blade, Kedyra, Miracle und Lunis.

Ulme, Pims und Univers sind zu exotisch

Keine Zustimmung fanden dagegen etwa Holunda, Ulme, Pims, Univers oder Westend. Sie rate Eltern von allzu exotischen Vornamen ab, sagte Ewels. „Kinder wollen nicht auffallen.“ Mit einem zweiten Vornamen könnte dem Sohn oder der Tochter die Möglichkeit gegeben werden, später eine eigene Wahl zu treffen.

Doch auch Hobby-Namensforscher Bielefeld nennt ein paar ungewöhnliche Namens-Beispiele – etwa bei den Mädchen Capucine, Cinderella, Florabelle und bei den Jungen Godwin, Royal oder den traditionsreichen ostfriesischen Jungennamen Ubbo.

Offizielle GdfS-Liste wird im Frühjahr veröffentlicht

Ob sich die Prognose der GfdS-Sprachforscher bestätigt, steht im Frühjahr 2017 fest. Bis dahin sollen die Daten zahlreicher deutschen Standesämter für das Gesamtjahr 2016 ausgewertet sein. Nach eigenen Angaben erfasst die GfdS damit etwa 90 Prozent aller beurkundeter Vornamen.

Eine offizielle Vornamenstatistik gibt es nicht in Deutschland, allerdings arbeitet das Statistische Bundesamt in dieser Frage seit mehreren Jahren mit der GfdS zusammen. Hobby-Forscher Bielefeld erfasst nach eigenen Angaben die Vornamen von etwa 26 Prozent aller in Deutschland geborenen Babys. (dpa)