Geburtenrabatt

Wer in Hotels in Italien ein Kind zeugt, kriegt Geld zurück

Italien hat ein Problem: Es werden zu wenig Kinder geboren. Politik und Wirtschaft steuern nun gegen – mit unkonventionellen Ideen.

Ein reges Liebesleben bringt in manchen italienischen Hotels finanzielle Vorteile – aber nur, wenn dadurch ein Kind entsteht.

Ein reges Liebesleben bringt in manchen italienischen Hotels finanzielle Vorteile – aber nur, wenn dadurch ein Kind entsteht.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Berlin.  Viele europäische Länder kämpfen mit niedrigen Geburtenraten. Die Lösungen für das Problem sind vielfältig: Sie reichen von höherem Kindergeld über mehr Betreuungsplätze bis zu flexibleren Arbeitszeiten. Ein neuer Vorschlag kommt nun aus Italien: Fruchtbarkeitszimmer in Hotels.

Wie der „Tavolo Assist Turismo“, ein Runder Tisch des Kulturausschusses der Stadt Assisi, mitteilt, erhalten Paare ihr Geld für eine Hotelübernachtung zurück, wenn sie in einer der teilnehmenden Unterkünfte ein Kind gezeugt haben. Als Beleg sollen sie die Urkunde vorzeigen, die die Geburt des Nachwuchses neun Monate nach ihrem Hotelaufenthalt bestätigt – mit einer Kulanz von zehn Tagen vor der Übernachtung sowie nach Ablauf der neun Monate.

Aktion läuft bis Ende März

Die Hoteliers sind angehalten, die Fruchtbarkeitszimmer zu personalisieren und „so interessant wie möglich“ zu machen. Eine Liste der teilnehmenden Anbieter gibt es hier. Zeugungswillige sollten sich allerdings beeilen: Die Aktion läuft nur bis zum 31. März 2017.

Bereits im Sommer dieses Jahres hatte sich die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin dem Thema sinkende Geburtenrate angenommen und den 22. September als Fruchtbarkeitstag ausgerufen. Die Aktion hatte geteilte Reaktionen hervorgerufen, wie etwa die Zeitung „La Repubblica“ berichtete. Während viele Ärzte die Initiative verteidigten, kritisierte die Opposition sie als Beleidigung für all jene, die aus biologischen oder finanziellen Gründen keine Kinder zeugen können. (cho)