Herztransplantation

Brasilianerin lebt mit Herz von deutschem Kanutrainer weiter

Sie hatte keine Hoffnung mehr. Mit dem Herz von Kanutrainer Henze in ihrer Brust kann eine Brasilianerin nun doch Weihnachten feiern.

Vorfreude auf das Weihnachtsfest: die Brasilianerin Ivonette Balthazar (r., 66) mit ihrer Mutter Ivette (86) und Sohn Fabio (43) in ihrer Wohnung in Rio de Janeiro.

Vorfreude auf das Weihnachtsfest: die Brasilianerin Ivonette Balthazar (r., 66) mit ihrer Mutter Ivette (86) und Sohn Fabio (43) in ihrer Wohnung in Rio de Janeiro.

Foto: Georg Ismar / dpa

Rio de Janeiro.  Ein Herz aus Deutschland rettete ihr Leben: Ivonette Balthazar (66) aus Brasilien freut sich so wie nie auf das Weihnachtsfest. Sie hatte im August dieses Jahres das Herz des deutschen Kanu-Slalom-Trainers Stefan Henze transplantiert bekommen.

Henze war bei einem Autounfall während der Olympischen Spiele 2016 in Rio gestorben. Mit der Empfängerin seines Herzens geht es nach schwierigen Monaten nun bergauf. „Ich bin ihm so dankbar“, sagte die 66-Jährige in Rio de Janeiro. Sie hatte schon fast aufgegeben, nach einem Infarkt funktionierten nur noch 30 Prozent des Herzens.

Organ-Empfängerin nimmt an Zwei-Kilometer-Lauf teil

Zum Weihnachtsfest seien sie 18 Leute, sagte Balthazar. „Mit ihm werden wir 19 sein.“ Ihr großes Ziel auf dem Weg zurück in ein normales Leben ist im April ein Zwei-Kilometer-Lauf, daran will sie mit anderen Organempfängern teilnehmen.

Henze war am 12. August als Fahrgast mit einem Taxi verunglückt und hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Am 15. August starb er in einer Spezialklinik in Rio. Er hatte einen Organspendeausweis.

Dankesschreiben an Henzes Familie

Henze stammte aus Halle (Saale), bei Olympia 2004 in Athen gewann er Silber im Zweier-Canadier. Über das deutsche Generalkonsulat ließ Balthazar der Familie ein Dankesschreiben zustellen. Sie würde sich auch sehr freuen, diese kennenzulernen. (dpa)