Kommentar

Was der Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz mit uns macht

Auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz starben zwölf Menschen.

Auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz starben zwölf Menschen.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Der Schock von Berlin sitzt tief. Wir müssen mit der Bluttat umgehen, doch die Unsicherheit ist groß. Politisch wird das Klima rauer.

Berlin.  Nun ist es also passiert. Zwölf Tote, Dutzende Verletzte. Wenn nicht alle Hinweise täuschen, dann ist der Terror am Montagabend mit voller Wucht in Deutschland angekommen. Ein Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt voller Besucher - das war der Albtraum der deutschen Sicherheitsbehörden. Doch was machen die Ereignisse von Berlin mit uns?

Trauer um die Opfer der Todesfahrt
Trauer um die Opfer der Todesfahrt

Die Behörden werden die Sicherheitsvorkehrungen noch weiter hochfahren, die Aufmerksamkeit noch einmal erhöhen. Aber wer hat die Nerven, wer hat den Mut und wem steht der Sinn danach, unter dem Eindruck des Massenmords vom Montag heute Abend über einen Weihnachtsmarkt zu bummeln? Der Schock dürfte tief sitzen bei vielen Bürgern. Wie auch anders?!

Auch wenn das perfide Spiel mit unserer Angst genau das ist, was Terroristen bezwecken: jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er sich verhält. Die in den vergangenen Monaten mantrahaft wiederholte Erkenntnis, wonach es eine absolute Sicherheit nicht gibt - nie wurde sie uns so drastisch vor Augen geführt wie am Montagabend auf dem Breitscheidplatz.

Wie der Anschlag jetzt unser Land verändert
Wie der Anschlag jetzt unser Land verändert

Es gibt nun Reaktionen, die einfach nur fassungslos machen. Bei den Scharfmachern im rechten Lager, die die Terrorangst schon mehrfach für ihre Anti-Flüchtlings-Propaganda instrumentalisierten, brechen offenbar alle Dämme. Was sich etwa der AfD-Spitzenpolitiker Pretzell am Montagabend leistete („Es sind Merkels Tote!“), ist schlicht erbärmlich.

Das politische Klima in Deutschland dürfte nach dem Abend vom Breitscheidplatz noch rauer werden als bisher schon. Keine guten Aussichten für das Wahljahr 2017.

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