Mord-Anklage

Angeklagter Motorradraser wollte mit Videos Geld verdienen

Alperen T. drehte spektakuläre Motorrad-Videos – bis er einen Rentner überfuhr. Nun sagte der 24-Jährige das erste Mal vor Gericht aus.

Alperen T. (24, M.) soll im Juni einen Rentner überfahren und getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Tod des Mannes billigend in Kauf genommen zu haben.

Alperen T. (24, M.) soll im Juni einen Rentner überfahren und getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Tod des Mannes billigend in Kauf genommen zu haben.

Foto: Carmen Jaspersen

Bremen.  Der wegen Mordes angeklagte Motorradraser Alperen T. aus Bremen hat davon geträumt, mit seinen rasanten Fahrten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das sagte der junge Mann am Donnerstag im Landgericht Bremen aus. Dort muss sich der 24-Jährige verantworten, weil er im Juni mit seinem Motorrad einen Fußgänger überfuhr, der bei Rot über die Straße ging. Der 75-Jährige starb bei dem Unfall.

Schuld an dem Unfall soll die hohe Geschwindigkeit des Motorradfahrers gewesen sein. Er war mit über 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, obwohl auf der Straße nur 50 erlaubt waren. Die Bremer Staatsanwaltschaft glaubt, dass Alperen T. es billigend in Kauf genommen hat, einen Menschen totzufahren. Die Anklage lautet deshalb auf Mord.

Alperen T. wurde bei dem Unfall selbst schwer verletzt

Die Mitschnitte seiner Fahrten stellte der 24-Jährige regelmäßig ins Internet, um mit den spektakulären Videos Einnahmen zu erzielen. Bei Youtube hat „Alpi“ mehr als 80.000 Abonnenten. Schon vor dem 17. Juni wäre Alperen T. beinahe in Unfälle verstrickt worden.

Beim Zusammenstoß mit dem 75-Jährigen wurde Alperen T. selbst schwer verletzt. Den tödlichen Unfall habe seine Helmkamera aber nicht mehr aufgezeichnet, vermutlich weil der Akku leer war, sagte der Angeklagte.

Einwand der Verteidigung wurde abgelehnt

Zu Beginn der Sitzung hatte das Gericht einen sogenannten Besetzungseinwand der Verteidigung abgelehnt. Das Bremer Landgericht hatte für den Prozess wegen Überlastung der Strafkammern eine Hilfsstrafkammer berufen. Hätte das Gericht dem Einwand stattgegeben, hätte das Verfahren neu beginnen müssen. (dpa)