Verbrechen

Mordfall Maria L.: Fingerabdruck führt nach Griechenland

Es verdichten sich Hinweise, dass der Freiburger Mordverdächtige in Griechenland als Gewalttäter in Haft saß. Es soll Beweise geben.

Ein Kriminaltechniker betrachtet einen Fingerabdruck (Archivfoto). Der Abgleich von Abdrücken soll den Nachweis erbracht haben, dass es sich bei dem Tatverdächtigen von Freiburg um den Mann handelt, der in Griechenland eine Frau töten wollte.

Ein Kriminaltechniker betrachtet einen Fingerabdruck (Archivfoto). Der Abgleich von Abdrücken soll den Nachweis erbracht haben, dass es sich bei dem Tatverdächtigen von Freiburg um den Mann handelt, der in Griechenland eine Frau töten wollte.

Foto: © Regis Duvignau / Reuters / REUTERS

Freiburg.  Fingerabdrücke beweisen laut einem Medienbericht, dass der Verdächtige im Freiburger Mord an Maria L. tatsächlich bereits in Griechenland eine Frau überfallen hat. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass der Vergleich der Fingerabdrücke von beiden Fällen durch die griechische Polizei die Übereinstimmung ergeben hat. Damit scheint auch belegt, dass der Mann bei seinen Altersangaben gelogen hat.

Eine griechische Anwältin hatte zuvor bereits angegeben, dass es sich bei dem Verdächtigen um denselben Mann handele, den sie 2013 nach einer Gewalttat an einer Frau auf der Insel Korfu verteidigt habe.

Er sei damals zu zehn Jahren Haft verurteilt und nach etwa eineinhalb Jahren unter Auflagen freigelassen worden. Er wurde verurteilt, weil er eine 20-jährige Studentin überfallen und eine Steilküste hinabgeworfen hatte. Das Opfer hatte schwer verletzt überlebt.

Laut griechischen Unterlagen bereits 20 Jahre alt

Der junge Mann sitzt in Untersuchungshaft, weil er Mitte Oktober eine 19 Jahre alte Studentin in Freiburg vergewaltigt und ermordet haben soll. Er schweigt zu den Vorwürfen. Der Verdächtige ist der „Süddeutschen“ zufolge laut seinem in Griechenland vorgelegten Pass älter als 17 Jahre. Den Daten der griechischen Behörden nach wurde er am 1. Januar 1996 geboren. Demnach wäre er nun 20 Jahre alt. Bei seiner Einreise nach Deutschland 2015 hatte er sich als 16-Jähriger vorgestellt. Hintergrund der Altersfrage ist, ob der Fall in Freiburg nach Jugendstrafrecht verhandelt wird.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums war der mutmaßliche Mörder Mitte November 2015 ohne Pass von Griechenland über Österreich nach Deutschland eingereist. Man müsse auf Angaben des Verdächtigen zu seinem Alter (17 Jahre) vertrauen, „insbesondere wenn keine Personaldokumente mitgeführt und dementsprechend auch nicht vorgelegt wurden“, sagte ein Sprecher. (dpa)