Übergriffe

Bürgermeister von Sömmerda: Streit war keine rechte Hetzjagd

Im thüringischen Sömmerda sind Asylbewerber von einem Mob gejagt worden. Eine rechte Szene gebe es aber nicht, so der Bürgermeister.

In der Nacht zu Sonntag hatten etwa 15 Leute eine Gruppe von drei Asylbewerbern durch das thüringische Sömmerda verfolgt und angepöbelt.

In der Nacht zu Sonntag hatten etwa 15 Leute eine Gruppe von drei Asylbewerbern durch das thüringische Sömmerda verfolgt und angepöbelt.

Foto: imago stock&people / imago/Karina Hessland

Sömmerda.  Der Bürgermeister von Sömmerda, Ralf Hauboldt, sieht in seiner Gemeinde keine rechtsextreme Szene. Die Auseinandersetzung zwischen Asylbewerbern und Deutschen nach einem Disco-Streit kann aus seiner Sicht nicht als fremdenfeindliche Hetzjagd bezeichnet werden. „Das ist weit hergeholt“, sagte der Linken-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Hauboldt bestätigte zwar, dass es durch einen 19-Jährigen volksverhetzende Ausrufe gegeben habe. Der junge Mann sei jedoch keiner rechtsextremen Szene zuzuordnen. Es gebe keine Szene, die in dieser Richtung aktiv sei.

15 Deutsche hetzen drei Asylbewerber durch die Stadt

In der Nacht zu Sonntag war es aus bislang unbekannten Gründen in einer Disco zum Streit zwischen den alkoholisierten Männern beider Gruppen gekommen. Dabei wurden ein Iraker und zwei Serben mit Schlägen und Tritten attackiert. Eine Gruppe von etwa 15 Deutschen verfolgte die flüchtenden Asylbewerber anschließend weiter Richtung Busbahnhof und rief mehrfach volksverhetzende Parolen.

In Sömmerda sind rund 140 Asylbewerber untergebracht. Es gebe ein gutes Miteinander von Einheimischen und Flüchtlingen. „Wir haben ein breites tolerantes Bündnis“, sagte der Bürgermeister. Deswegen sei er perplex und angefressen, wenn solche Sachen passierten. (dpa)