Unglück

Mehr als 200 Menschen sterben bei Kircheneinsturz in Nigeria

Eine einstürzende Kirche hat in Nigeria Hunderte Menschen unter sich begraben. Das Gebäude war offenbar gerade erst fertig geworden.

Etwa 30 Minuten nach dem Beginn eines Gottesdienstes fiel das Kirchengebäude in der südnigerianischen Stadt Uyo laut Augenzeugen in sich zusammen.

Etwa 30 Minuten nach dem Beginn eines Gottesdienstes fiel das Kirchengebäude in der südnigerianischen Stadt Uyo laut Augenzeugen in sich zusammen.

Foto: STRINGER / REUTERS

Frankfurt a.M..  Bei dem Einsturz einer Kirche in Nigeria sind Hunderte Gottesdienstbesucher getötet worden. Die genaue Zahl ist noch unklar. Mehr als 200 Leichen seien in sein Krankenhaus gebracht worden, zitierte die Zeitung „Punch“ den Chef der örtlichen Universitätsklinik. „Wir haben mehr als 200 Tote in den Leichenhallen und keinen Platz mehr. Doch noch immer werden mehr Leichen hergebracht“, sagte Etete Peters demnach.

Zu dem Zeitpunkt des Einsturzes war die Kirche Augenzeugen zufolge voll besetzt. Die Menschen nahmen an einem Festgottesdienst für die Ordination – die feierliche Einsetzung – eines Bischofs in der südnigerianischen Stadt Uyo teil. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, dann sei das Gebäude zusammengefallen.

Kirche war für 10.000 Menschen ausgelegt

Die Einsturzursache war zunächst nicht bekannt. Das Gebäude war offenbar neu gebaut worden. Die Bauarbeiten seien für das Großereignis möglicherweise hastig zu Ende geführt worden, mutmaßten lokale Medien. Die Kirche habe rund 10.000 Menschen Platz bieten sollen.

Aufnahmen vom Unglücksort zeigen lange Eisengerüste und eine blaue Zeltplane, unter denen die Kirchenbesucher begraben wurden. Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften noch Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses. Unter den Toten waren auch Regierungsvertreter, die als Ehrengäste anwesend waren.

Gouverneur der Unglücksprovinz leicht verletzt

Der Gründer der Kirche, Akan Weeks, der zum Bischof der Freikirche „Reigners Bible Church“ erhoben werden sollte, habe das Unglück überlebt, hieß es. Auch der Gouverneur der Provinz Akwa Ibom, Udom Emmanuel, verließ das Gebäude Medienberichten zufolge nur leicht verletzt.

Die „Reigners Bible Church“ ist nach eigenen Angaben eine der am schnellsten wachsenden Kirchengemeinden in der Region. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika und hat die größte christliche Gemeinschaft des Kontinents. Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime. 45 Prozent sind Christen, die oft evangelikalen oder Freikirchen angehören. (epd/dpa)