Zugunglück

Acht Tote bei Gastank-Explosion eines bulgarischen Güterzugs

In Bulgarien entgleist ein Güterzug, Gastanks explodieren, mehrere Menschen sterben. Am Unglücksort liegen ganze Straßenzüge in Ruinen.

Das Bahnhofsgebäude am Unglücksort ist nach den schweren Explosionen der Güterzug-Gastanks fast vollständig zerstört.

Das Bahnhofsgebäude am Unglücksort ist nach den schweren Explosionen der Güterzug-Gastanks fast vollständig zerstört.

Foto: Str / dpa

Sofia.  Ein kleines Dorf in Bulgarien erlebt ein Inferno: Bei einem schweren Zugunglück sind am Samstag acht Menschen durch Explosionen ums Leben gekommen. Ein Güterzug mit Gastanks sei am Morgen in dem Dorf Hitrino im Nordosten des Landes entgleist, teilte die Polizei mit.

Rund 30 Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen schwer. Einige Opfer hätten fast am ganzen Körper Verbrennungen, sagte Regierungschef Boiko Borissow beim Besuch des Unglücksorts. Die letzten der insgesamt 24 Tankwaggons sollen einen Strommast gerammt haben. Darauf kam es zu den Detonationen.

Meterhohe Flammen

150 Feuerwehrmänner suchten nach Überlebenden in Trümmern von Gebäuden. Die Hälfte der etwa 800 Einwohner des Dorfes wurde in Sicherheit gebracht, berichtete das Staatsradio. Das Feuer war am Samstagmittag unter Kontrolle.

Das Dorf war am frühen Samstagmorgen von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden: „Dann sah ich eine zehn Meter hohe Flamme und Rauch“, sagte ein Dorfbewohner dem Staatsradio. Die Bevölkerung wurde zu Blutspenden aufgerufen.

Behörden schließen Terrorakt aus

Die Explosion in dem kleinen Dorf war verheerend: 20 Häuser wurden zerstört, darunter der Bahnhof, das Gemeindehaus und das Polizeiamt. „Für die schweren Sachschäden wird der Staat aufkommen“, versicherte Regierungschef Borissow, der früher bei der Feuerwehr gewesen war.

Die Ursache des Unglücks stand auch am Sonntag noch nicht offiziell fest. Experten gingen allerdings davon aus, dass der Lokführer zu schnell in die Kurve unmittelbar vor dem Bahnhof gefahren war.

Der Mann hatte das Unglück überlebt und war noch am Samstag vernommen worden. Ein Terrorakt wurde laut einem Bericht des Staatsradios ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Zug war unterwegs nach Russe an der Donau

Der Güterzug gehört nach amtlichen Angaben einem bulgarischen Bahnspediteur. Der Zug war vom Schwarzmeerhafen Burgas nach Russe an der Donau unterwegs gewesen. Der Unglücksort ist etwa 100 Kilometer von Warna, einem bei deutschen Touristen belebten Urlaubsort, entfernt. (dpa)