Ermittlungen

„Erdrückende Beweislast“ nach Sexualdelikten in Bochum

Der Mann, der in Bochum zwei Frauen vergewaltigt haben soll, sitzt in U-Haft. Die Polizei spricht von einer „erdrückenden Beweislast“.

Der Leiter der Mordkommission, Roland Wefelscheidt, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Der Leiter der Mordkommission, Roland Wefelscheidt, bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Bochum.  Nach der Verhaftung eines mutmaßlichen Vergewaltigers in Bochum spricht die Polizei von einer „erdrückenden Beweislast“. „DNA-Spuren sind das Nonplusultra in der Beweislage“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch auf Anfrage. Ein 31 Jahre alter Mann soll für zwei Sexualdelikte im August und November im Bochumer Universitätsviertel verantwortlich sein. Beide Opfer sind Studentinnen aus China.

Überführt werden konnte der Mann, nachdem ihn der Lebensgefährte des zweiten Opfers zwei Wochen nach der Vergewaltigung am Tatort in einem Gebüsch fotografiert hatte. „Alles deutet darauf hin, dass er dort eine weitere Tat vorbereitete“, sagte der Polizeisprecher am Mittwoch.

Verdächtiger bestreitet Vorwürfe

Weitere Opfer hätten sich bislang nicht gemeldet. Durch die Fotos kamen die Ermittler dem Mann auf die Spur. Seine DNA stimmte mit den Proben überein, die nach beiden Taten gesichert werden konnten. Der 31-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Laut Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 31 Jahre alten Asylbewerber aus dem Irak. Er lebte mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe der Tatorte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Bachmann zufolge bestreitet der Mann die Vorwürfe.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor Verallgemeinerung

Der Fall in Bochum hatte nach der Tötung einer Studentin in Freiburg bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nach den Festnahmen im Fall der getöteten Studentin in Freiburg und den Sexualdelikten in Bochum warnte der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge.

„Die Straftaten in Freiburg und Bochum lassen keine Verallgemeinerungen zu“, sagte Malchow dieser Redaktion. Natürlich verstehe er die Diskussion, wenn in so kurzer Zeit zweimal Flüchtlinge als Verdächtige schwerster Straftaten entdeckt würden, ergänzte der GdP-Bundesvorsitzende. „Aber Aufgabe der Polizei ist es, sich den Tatbestand genau anzuschauen und nicht noch Ängste zu schüren.“ Die Zahl der Sexualdelikte sei 2015 so gering gewesen wie zuletzt im Jahr 2001. (dpa/les)