Gedenkstätte

Gestohlenes KZ-Tor aus Dachau wohl in Norwegen gefunden

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Dieses Foto zeigt die Rekonstruktion des Metalltors mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ – das Original wurde nun in Norwegen wiederentdeckt.

Dieses Foto zeigt die Rekonstruktion des Metalltors mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ – das Original wurde nun in Norwegen wiederentdeckt.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Vor zwei Jahren wurde ein historisches Tor aus der Dachauer KZ-Gedenkstätte gestohlen. Nun haben Ermittler es in Norwegen entdeckt.

Dachau.  Gut zwei Jahre nach dem Diebstahl eines historischen Eisentors in der Dachauer KZ-Gedenkstätte ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit in Norwegen aufgetaucht. In Bergen sei ein eisernes Tor mit dem bekannten Schriftzug „Arbeit macht frei“ sichergestellt worden, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Freitag mit. Der Fund löste bei Verantwortlichen der Gedenkstätte Erleichterung aus.

Nach Polizeiangaben hatten die norwegischen Kollegen einen anonymen Hinweis zum Verbleib des Tores bekommen. Die zuständige Staatsschutzdienstelle der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat bisher zwar nur ein Foto aus Norwegen vorliegen, geht aber „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass es sich um das Tor aus Dachau handelt.

Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. „Nähere Umstände der Auffindung werden derzeit länderübergreifend zwischen den Dienststellen geklärt“, teilte die Polizei mit.

Hintergründe noch nicht bekannt

Mit Genugtuung reagierte der Präsident des Internationalen Dachaukomitees, General Jean Michel Thomas, auf den Fund: „Auch wenn die Hintergründe für diese abscheuliche Tat noch nicht bekannt sind, so danke ich im Namen des Überlebendenverbandes für die Aufdeckung des Verbrechens und die internationale Anteilnahme nach dem Diebstahl des Lagertors. Dieser bedeutete letztlich eine Entweihung dieser wichtigen Gedenkstätte“.

Auch Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, zeigte sich erleichtert. „Selbstverständlich wird es nach einer Restaurierung wieder der Öffentlichkeit präsentiert“, sagte sie. Ob es an dem historischen Standort oder als Teil einer Dauerausstellung zu sehen sein wird, werde mit den Gremien der Stiftung Bayerische Gedenkstätten entschieden.

Eisentor gehörte zu Haupteingangstor

Karl Freller, Direktors der Stiftung, sagte: „Es ist für mich eine große Erleichterung, dass dieser Originalbeweis für den Zynismus und die Menschenverachtung der Nazis wiedergefunden wurde.“

Das Verschwinden des schmiedeeisernen Tores am 2. November 2014 hatte für großes Aufsehen gesorgt. Das rund 100 Kilogramm schwere Eisentor war Bestandteil des großen Haupteingangstors. Um es zu stehlen, mussten die Täter ein Flügeltor übersteigen. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Tür mit einem Fahrzeug abtransportiert wurde. Die Suche nach dem Tor – unter anderem auch über die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ – blieb lange Zeit erfolglos.

Das Lager im oberbayerischen Dachau war das erste große, dauerhaft angelegte KZ der Nazis und wurde zum Modell für die vielen folgenden Konzentrationslager. Das gestohlene Tor war etwa ein halbes Jahr nach dem Diebstahl durch eine Nachbildung ersetzt worden. (dpa)

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