Flugzeugunglück

„Treibstoffproblem“: Dramatischer Funkverkehr vor Absturz

Vermutlich ist das Flugzeug in Brasilien wegen Treibstoffproblemen abgestürzt. Der Pilot meldete sich davor verzweifelt beim Flughafen.

Ein Mann der Ermittlungskräfte sitzt neben den Überresten des abgestürzten Fliegers.

Ein Mann der Ermittlungskräfte sitzt neben den Überresten des abgestürzten Fliegers.

Foto: JAIME SALDARRIAGA / REUTERS

Medellín.  Die Hinweise, dass fehlender Treibstoff die Ursache für den tragischen Flugzeugabsturz des brasilianischen Fußballteams Chapecoense war, verdichten sich immer mehr. Das geht aus einem zwölfminütigen Mitschnitt hervor, der den Funkverkehr zwischen mehreren Piloten und dem Tower des kolumbianischen Flughafens bei Medellín wiedergibt.

„Treibstoff-Notfall“, sagt der Pilot der verunglückten Maschine laut des Mitschnitts, der vom Sender „W Radio“ veröffentlicht wurde. Da der Pilot zunächst aber keinen Notfall angibt, wird erst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis gegeben. Dann meldet sich der Pilot des Charterfliegers der in Bolivien gemeldeten Gesellschaft LaMia wieder: „Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt.“

Verzweifelte Meldungen

Dann werden die Meldungen immer verzweifelter, das Flugzeug verliert zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe: „Vectores, Vectores, Señorita“, ruft der Pilot der Frau im Tower zu. Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert – eine überlebende Stewardess hatte auch von ausgefallenem Licht berichtet – bitte er dringend um eine Navigation Richtung Landepiste.

Dann bricht der Kontakt ab, eine Stimme sagt: „Keine Antwort mehr“. Das Flugzeug vom Typ Avro RJ85 war im bolivianischen Santa Cruz gestartet. Es stürzte an einem Berg in der Nähe des Flughafens ab. 71 Menschen starben, sechs wurden lebend gerettet. (dpa)