Satirezeitschrift

Deutsches „Charlie Hebdo“ legt Merkel auf die Hebebühne

200.000 Exemplare zum Auftakt, und auf dem Titel macht ausgerechnet VW Angela Merkel flott: So kommt „Charlie Hebdo“ nach Deutschland.

Angela Merkel auf dem Cover: Die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo".

Angela Merkel auf dem Cover: Die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo".

Foto: Charlie Hebdo

Berlin/Paris.  Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ nimmt auf der Titelseite ihrer ersten deutschen Ausgabe die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel aufs Korn. Eine Karikatur zeigt die Kanzlerin auf einer Wartungsrampe liegend, während ein Werkstattmitarbeiter ein Ersatzteil bringt: „Ein neuer Auspuff und es geht noch 4 Jahre weiter.“ Als Titelschlagzeile steht daneben: „VW steht hinter Merkel.“

„Charlie Hebdo“ soll künftig wöchentlich auch auf Deutsch erscheinen, die erste deutsche Ausgabe kommt an diesem Donnerstag mit 200.000 Exemplaren heraus. Das Magazin hatte Anfang 2015 traurige Berühmtheit erlangt, als zwei Islamisten bei einem Terroranschlag auf die Redaktion zwölf Menschen ermordeten. Als Reaktion auf die Attacke gab es weltweit Solidaritätsbekundungen unter dem Slogan „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Die Zeitschrift ist für ihre bissige Satire bekannt.

Chefredakteurin arbeitet unter Pseudonym

Laut der am Mittwoch vorab verbreiteten Titelseite enthält das Heft auch eine Reportage mit dem Titel „Wie lebt man glücklich in Deutschland?“ Die deutsche Ausgabe entsteht unter der Leitung der deutschen Chefredakteurin Minka Schneider - der Name ist ein Pseudonym. Sie soll zunächst vor allem Inhalte aus der französischen Originalversion enthalten, die übersetzt werden. Geplant sind aber auch Exklusivbeiträge, die das französische Team extra für die deutsche Ausgabe erstellt.