Tierisch

Wildschwein Johann schließt sich fürsorglichen Kühen an

Nach Monaten des Verschwindens ist es wieder zurück bei der Herde: Wildschwein Johann hat sich in Niedersachsen Kühen angeschlossen.

Familienfoto: Wildschwein Johann steht in Meensen im Landkreis Göttingen (Niedersachsen) auf der Weide zwischen den Rindern.

Familienfoto: Wildschwein Johann steht in Meensen im Landkreis Göttingen (Niedersachsen) auf der Weide zwischen den Rindern.

Foto: Swen Pförtner / Swen Pfödpa

Meensen.  Ein Wildschwein hat im niedersächsischen Meensen zum Winteranfang Anschluss bei einer Rinderherde gesucht, bei der das Tier schon einmal lebte. Nachdem sich Jung-Keiler Johann in den Sommermonaten lieber im Wald herumtrieb, ist das verwaiste Wildschwein nun wieder zu seiner Adoptivfamilie auf einer Viehweide im Kreis Göttingen zurückgekehrt.

Kühe leckten Wildschwein zur Begrüßung

Die Rinderherde hatte sich schon im vergangenen Jahr um den damaligen Frischling gekümmert. „Inzwischen ist Johann stark gewachsen“, sagte am Mittwoch Landwirtin Ingeborg Kraft, deren Familie die Rinder gehören. Die Rindviecher hätten den Rückkehrer freundlich aufgenommen und zur Begrüßung liebevoll abgeleckt.

Die Landwirtsfamilie hatte im Herbst 2015 das damals noch vergleichsweise kleine Wildschwein erstmals inmitten der Herde entdeckt. Es wird vermutet, dass Johann seine Mutter oder den Anschluss an seine Rotte verloren hat.

Rinderherde teilt Futter

Schon damals kümmerten sich die Kühe um ihr Adoptivkind, als sei es ihr eigenes Kalb. Das kleine Wildschwein wurde sauber geleckt und durfte sich ankuscheln. Das gute Verhältnis sei bestehen geblieben, sagte die Landwirtin. Wie im vergangenen Jahr teilten die sechs Kühe der Herde ihr Futter offensichtlich gerne mit dem Wildschwein.

Es ist nicht die ungewöhnlichste derartige Beziehung: Weltweit Schlagzeilen gemacht hatte ein Trauerschwan auf dem Aasee in Münster. Der Petra getaufte Wasservogel hielt einem Tretboot in Schwanenform lange die Treue. Erst nach fast zwei Jahren hatte der Schwan von der einseitigen Beziehung den Schnabel voll und verließ das Tretboot.

Tiger lebte mit Ziege

Im vergangenen Winter sorgte die vermeintliche Freundschaft eines Tigers und einer Ziege international für Aufsehen. Nachdem beide aber wochenlang einträchtig nebeneinander her durch ihr Freigehege in Russland getrottet waren, zerbrach die „Freundschaft“ an der zu forschen Ziege. Timur hatte Tiger Amur mit ihren Hörnern attackiert, der Tiger verpasste der Ziege einen Prankenschlag und verletzte sie schwer. Die WG wurde aufgelöst. Bei Wildschwein Johann und den Kühen droht das vorerst nicht. (dpa/law)