Geldscheine

Tierische Fette in neuer Fünf-Pfund-Note empören Vegetarier

Viele Briten dürften nichts dagegen haben, die neue Fünf-Pfund-Note in der Tasche zu haben. Vegetarier würden lieber darauf verzichten.

Der neue Fünf-Pfund-Schein – hier eine Abbildung eines Musters der Bank of England – wurde im September in Großbritannien eingeführt.

Der neue Fünf-Pfund-Schein – hier eine Abbildung eines Musters der Bank of England – wurde im September in Großbritannien eingeführt.

Foto: Boe Handout / dpa

London.  Erst im September hatte die britische Notenbank stolz ihre neuen Fünf-Pfund-Noten in den Umlauf gebracht – und schon gibt es Ärger. Der Kunststoff Polymer, aus dem die neuen Scheine bestehen, enthält wohl tierische Fette. Eine Online-Petition mit mehr als 89.000 Unterstützern fordert im Namen von Veganern, Vegetariern und verschiedener Religionsgemeinschaften daher, das tierische Fett aus den Scheinen zu verbannen.

„Wir verlangen, dass Sie aufhören, tierische Produkte für die Herstellung der Währung zu verwenden, die wir nutzen müssen“, heißt es in der Petition.

Talg auch in Kerzen oder Seife

Die Bank of England bestätigte auf eine Twitter-Anfrage, dass sich „eine Spur von Talg“ in den Fünf-Pfund-Scheinen befindet. Der Stoff werde aber auch bei der Herstellung von Kerzen und Seife verwendet, hieß es in einer Mitteilung.

Auf Twitter machen sich andere Nutzer bereits lustig über die Petition. „Mmmm, ... Entschuldigung, Veggies, aber das ist gut“, schreibt einer. Dazu postet er ein Foto von einem Teller mit Toastbrot, Spiegeleiern – und Fünf-Pfund-Noten statt gebratenem Speck. „An alle Vegetarier und Veganer da draußen“, twittert ein anderer, „wenn ihr die neuen Fünfer nicht haben wollt: Ich nehm’ sie gerne!“

Kunststoff-Lieferant auch für Ersatzstoff offen

Die Firma Innovia, die den Kunststoff für die Scheine liefert, teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, man verwende wissentlich grundsätzlich keine tierischen Produkte. Ob sich tatsächlich eine geringe Menge Talg in dem zugekauften Rohmaterial für den Kunststoff befinde, werde derzeit untersucht.

Man sei offen dafür, einen nicht-tierischen Ersatzstoff zu verwenden, der dieselben Eigenschaften garantiere. Das werde aber sicherlich „nicht über Nacht“ zu bewältigen sein, sagte eine Sprecherin. (dpa/jkali)