Falschmeldung

Pistenraupe in Schleswig-Holstein war nur PR-Aktion

Solch eine Pistenraupe hatte die Spedition nach Schleswig-Holstein geliefert statt nach Tirol (Archiv).

Solch eine Pistenraupe hatte die Spedition nach Schleswig-Holstein geliefert statt nach Tirol (Archiv).

Foto: dpa Picture-Alliance / G. Vockel / picture alliance / blickwinkel/G

Ein Pistenbully, der nach Norddeutschland geliefert wird: Was bundesweit für Schlagzeilen sorgte, stellt sich nun als PR-Aktion heraus.

Seefeld/Berlin.  Der Fahrer eines Transportunternehmens hatte in der vergangenen Woche eine Pistenraupe nach Seefeld in Schleswig-Holstein statt nach Seefeld in Tirol geliefert. Diese Meldung sorgte bundesweit für Schlagzeilen, auch unsere Redaktion hatte darüber berichtet. Doch nun stellt sich heraus: Die angebliche Verwechslung war eine PR-Aktion des Tourismusverbandes aus dem österreichischen Seefeld, wie der NDR berichtet.

„Wir wollten eigentlich nur einen netten Film für Facebook produzieren“, sagte Verbandschef Elias Walser dem Sender. Viele größere Medien hatten darüber berichtet, darunter die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, n-tv und „Spiegel Online“. „Die Aktion ist immer größer geworden und irgendwann aus dem Ruder gelaufen“, sagte Walser.

Lkw-Fahrer ist eigentlich Schauspieler

Die „Bild“-Zeitung zeigte mit der Meldung auch ein Foto des vermeintlichen Lkw-Fahrers. Das Foto hatte aber nicht ein „Bild“-Leser-Reporter geschossen, sondern eine österreichische Werbeagentur, sagte Walser. „Zlatko“ heiße in Wirklichkeit Alex Kröll und sei ein österreichischer Schauspieler. „Wir haben uns sehr gewundert, dass die ‘Bild’ das Foto gedruckt hat. Darauf ist sogar ein Ansteckmikrofon zu sehen“, so Walser.

Walser selbst bereut mittlerweile, die Aktion in Auftrag gegeben und die Presse belogen zu haben: „Wir haben viel gelernt. Das machen wir nicht noch einmal“, sagte er dem NDR. (dpa/br)