Berlin

Irritation um Nazi-Symbolik in Edeka-Werbung

Im Spot „#Zeitschenken“ lässt der Lebensmittelriese ein Auto mit dem Kennzeichen „MU-SS 420“ vorfahren

Berlin. Erneut hat Edeka mit seinem neuen Werbespot „#Zeitschenken“ einen Nerv getroffen. Der Spot, in dem es darum geht, sich auch in der hektischen Weihnachtszeit ein paar Stunden für seine Liebsten, vor allem für seine Kinder zu nehmen, wurde bei Youtube schon über eine Million Mal angeklickt, bei Facebook wurde er schon fast 30.000-mal geteilt. Doch es gibt Wirbel um den Spot.

„Muss noch dies, muss noch das“, heißt es in der ersten Zeile des Lieds von „#Zeitschenken“. Zunächst werden Eltern in der Hektik der Weihnachtszeit gezeigt. Unter anderem wird hastig ein junges Mädchen von der Schule abgeholt, die Kleine hatte schon warten müssen, weil ihre Mutter noch Geschenke kaufen war. Das Auto, das vorfährt, hat das Kennzeichen „MU–SS 420“.

Ein nettes Detail für die einen, Grund zur Aufregung für die anderen. Denn die Buchstabenkombination „SS“ ist in Deutschland als Autokennzeichen wegen der nationalsozialistischen Symbolik verboten.

Absicht ist den Machern der Werbeagentur Jung von Matt wohl kaum zu unterstellen. Ihre Detailverliebtheit in Sachen Autokennzeichen äußert sich an anderer Stelle in dem Video auch gelungener: Das Auto, das man sieht, als es in dem Titelsong darum geht, die Winterreifen aufziehen zu müssen, trägt das Nummernschild „SO–LL 3849“.

Zu „horizont.net“, das zuerst über den Fauxpas berichtete, sagte Gernot Kasel, Abteilungsleiter Mitarbeiter- und Medienkommunikation bei Edeka: „Bei dem Autokennzeichen ‚MU-SS‘ handelt es sich um ein Fantasiekennzeichen, angelehnt an den Titelsong in unserem Spot. Wir bedauern es, wenn hier ein falscher Eindruck erweckt wurde. Dies lag keinesfalls in unserer Absicht.“

Das erklärt aber noch nicht die Zahl „420“ – der 20.4. ist Hitlers Geburtstag.