Berlin

Bundesweites Vorgehen gegen Vogelgrippe beschlossen

Berlin. Der von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) einberufene Krisenstab Tierseuchen hat ein bundesweit einheitliches Vorgehen zum Schutz vor der Geflügelpest beschlossen. Es solle überall dort die Stallpflicht für Geflügel angeordnet werden, wo die Wahrscheinlichkeit eines Eintrages der hochansteckenden H5N8-Variante hoch ist, teilte das Ministerium am Samstagabend nach der ersten Sitzung des Stabes in Berlin mit.

„Das sind insbesondere Feuchtgebiete, Rastgebiete von Zug- und Wildvögeln, aber auch Gebiete mit einer hohen regionalen Dichte von Geflügelbetrieben.“ Am Samstag war erstmals bundesweit während der derzeitigen Vogelgrippe-Epidemie ein Ausbruch in einer Massentierhaltung gemeldet worden. Die hochansteckende H5N8-Variante war in einem Zuchtbetrieb für Bruteier in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. „Die Situation ist besorgniserregend“, sagte der dortige Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Samstagabend. „Wir können nach wie vor nur hoffen, dass dies ein Einzelfall ist.“ Alle 30.000 Tiere des Hofes im kleinen Ort Grumby sollen getötet werden. Es war bereits der dritte bekannt gewordene Fall auf einem deutschen Geflügelbetrieb.

Erstmals war die H5N8-Variante der aktuellen Epidemie in Deutschland am 8. November bei verendeten Wasservögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Verendete Wildvögel wurden seither auch in Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Europaweit wurden aus mindestens sieben Ländern Geflügelpest-Nachweise bei Wildvögeln oder in Geflügelbeständen gemeldet. Für Menschen gilt der Erreger als ungefährlich.