H5N8-Virus

Geflügel muss deutschlandweit wegen Vogelgrippe in den Stall

Der Krisenstab zur Vogelgrippe hat schnell reagiert: Deutschlandweit wird für Geflügel unter bestimmten Umständen Stallpflicht angeordnet.

Ein Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest - Für Unbefugte betreten und befahren verboten" auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Nun ist ein neuer Fall bekannt geworden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest - Für Unbefugte betreten und befahren verboten" auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Nun ist ein neuer Fall bekannt geworden.

Foto: Markus Scholz / dpa

Kiel.  Der am Samstag einberufene Krisenstab Tierseuchen hat bereits eine erste weitreichende Entscheidung getroffen: Bundesweit soll jetzt Stallpflicht angeordnet werden, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit dem H5N8-Virus hoch ist. Betroffen laut Bundeslandwirtschaftsministerium: „Insbesondere Feuchtgebiete, Rastgebiete von Zug- und Wildvögeln, aber auch Gebiete mit einer hohen regionalen Dichte von Geflügelbetrieben.“ Das heißt, es gilt nicht für alle Betriebe in Deutschland, aber es können deutschlandweit Höfe und Zuchtanlagen betroffen sein.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte nach einem neuen großen Fall von hochansteckender Vogelgrippe den Krisenstab einberufen. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bedarf es schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen“, erklärte er dazu. In der Sitzung herrschte laut Ministerium Einigkeit, dass Hygieneregeln und andere Maßnahmen in allen Geflügelbetrieben verstärkt werden müssen.

30.000 Hühner müssen getötet werden

Zuvor war bekannt geworden, dass in einer geschlossenen Hühnerhaltungsanlage mit rund 30.000 Tieren im Kreis Schleswig-Flensburg die Geflügelpest ausgebrochen ist. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), habe den hochpathogenen Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen, teilte das Landes-Agrarministerium mit. Alle Tiere müssten nun getötet werden.

Am Freitagabend hatte sich der Verdacht auf das hochansteckende H5N8-Virus auf einem Hühnerhof im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) bestätigt. Der dritte derzeit bekannte Ausbruch der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie in einer Geflügelhaltung wurde in einem Putenhof in Lübeck-Ivendorf (Schleswig-Holstein) festgestellt. Bei Wildvögeln ist das H5N8-Virus bislang in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg bestätigt worden. (dpa/rtr)