Endingen

Joggerin missbraucht und getötet

Zwei Sexualverbrechen wecken in Baden die Angst vor einem Serienmörder

Endingen. So eine Aufmerksamkeit hat das Bürgerhaus in Endingen bei Freiburg selten auf sich gezogen. Als die Polizei dort gestern über erste Ermittlungsergebnisse berichtet, sind Journalisten aus ganz Deutschland anwesend. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Die junge Frau, deren Leiche Beamte am Donnerstag in einem Waldstück fanden, war sexuell missbraucht und vorsätzlich getötet worden.

Die 27-jährige Endingenerin Carolin G. war am Sonntagnachmittag zum Joggen aufgebrochen und nicht mehr nach Hause zurückgekehrt. Wie die Frau getötet wurde, will Richard Kerber, Leiter der Soko, nicht verraten – dies sei „Täterwissen“.

Die Kleinstadt Endingen steht unter Schock. Viele im Ort kannten Carolin G., am Dorfbrunnen auf dem Marktplatz legen sie Blumen nieder. Der Fußballverein hat alle Spiele des Wochenendes abgesagt. Carolin G.s Mann ist Co-Trainer der zweiten Mannschaft. Der Verein schreibt auf seiner Internetseite: „Unsere Herzen schlagen für euch in diesen bitteren Stunden und wir können nicht mehr tun, als in Gedanken bei euch zu sein.“ Carolin G. hatte jung geheiratet, die Hochzeitsfotos stehen noch auf ihrer Facebook-Seite.

Die Tat schürt Unsicherheit in der Region. Denn erst vor drei Wochen war in Freiburg, nicht einmal eine halbe Autostunde entfernt, eine weitere junge Frau vergewaltigt und getötet worden. Die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. war nachts gegen 2.40 Uhr auf dem Heimweg von einer Party. Am nächsten Morgen wurde ihre Leiche in dem Fluss Dreisam gefunden, Maria L. starb durch Ertrinken. „Wir wissen nicht, ob es der gleiche Täter ist“, so die Polizei. In Endingen erinnert man sich nun auch an den Fahrer eines weißen BMW, der in den vergangenen Monaten zweimal in der Gegend gesehen wurde und Passanten ansprach. In einem Fall verfolgte er eine 18-Jährige. Soko-Leiter Kerber bestätigt, dass die Polizei dieser Spur bereits nachgegangen sei: „Diese Person ist bekannt.“ Mehr als 80 Ermittler arbeiten an den Todesfällen. Sie stehen unter großem Druck. Denn der oder die Mörder könnte(n) wieder zuschlagen.