Versteigerung

David Bowies Kunstsammlung bringt fast 40 Millionen Euro

David Bowie war nicht nur Musiker, sondern auch Kunstsammler. In London wurde seine Sammlung versteigert – für fast 40 Millionen Euro.

Im Angebot: Peter Lanyons „Witness“ aus der Kunstsammlung David Bowies. Bei Sotheby’s in London brachte das Gemälde umgerechnet mehr als acht Millionen Euro ein.

Im Angebot: Peter Lanyons „Witness“ aus der Kunstsammlung David Bowies. Bei Sotheby’s in London brachte das Gemälde umgerechnet mehr als acht Millionen Euro ein.

Foto: Michael Bowles / Getty Images for Sotheby's

London.  Die große Kunstsammlung des im Januar gestorbenen Rockstars David Bowie ist in London für umgerechnet fast 40 Millionen Euro versteigert worden. Die zweitägige Veranstaltung habe die Vorabschätzungen von rund 15 Millionen Euro weit übertroffen, teilte das Auktionshaus Sotheby’s mit.

Die gut 350 Kunstwerke und Objekte umfassende Privatkollektion wurde im Auftrag der Bowie-Nachlassverwalter und seiner Familie am Donnerstag und Freitag vollständig verkauft (im Fachjargon „white glove“) und brachte 32,9 Millionen Pfund (38,2 Millionen Euro).

Unerwartet hohe Preise

Während am Eröffnungsabend 47 Hauptwerke der Bowie-Kunstsammlung in zwei Stunden für fast 28 Millionen Euro unter den Hammer kamen, dauerte der zweite Versteigerungstag mehr als zehn Stunden bis tief in die Nacht. Dabei wurde allein für Designgegenstände von Ettore Sottsass und der Memphis-Gruppe ein Erlös von gut 1,5 Millionen Euro erzielt – statt wie zuvor geschätzt maximal 130.000 Euro.

Zu unerwarteten Preisen wechselte beispielsweise eine Druckgrafik des deutschen Expressionisten Erich Heckel (1883-1970) den Besitzer. Für die Kunst des Brücke-Malers hatte sich Bowie in seinen „Berliner Jahren“ von 1976 bis 1978 besonders begeistert. Er ließ sich von einem Heckel-Bild für die Albumcover-Pose seines legendären Albums „Heroes“ inspirieren, später sammelte er Druckgrafik des Künstlers.

Jeder einzelne der zwölf Heckel-Drucke habe sich um ein Vielfaches seines Schätzwertes verkauft, teilte Sotheby's mit. Insgesamt wurde ein Erlös von etwa 600.000 Euro allein für diese Kunstwerke erzielt.

Viele Bowiefans bei der Auktion

Teuerstes Werk bei der Auktion war das Gemälde „Air Power“ des US-Amerikaners Jean-Michel Basquiat (1960-1988) mit einem Kaufpreis von acht Millionen Euro nach Steuern – statt der erwarteten drei bis vier Millionen.

Gut 55.000 Menschen – darunter auch viele weniger betuchte Bowie- und Kunstfans – hätten die Vorab-Ausstellungen von „Bowie/Collector“ in London, Los Angeles, New York und Hongkong besucht, hieß es. Mehr als 1700 Interessierte waren bei der Auktion in London, über 26.000 verfolgten die Versteigerung online. (dpa)