Brisbane

Drogen-Razzia: Polizei findet Koala im Rucksack

Brisbane. So einen Zufallstreffer landet auch die Polizei in Australien nicht täglich: Während einer Verkehrskontrolle hat die Polizei in Wishart nahe Brisbane ein Koalababy im Rucksack einer 50-jährigen Autofahrerin gefunden. Das rund sechs Monate alte Tier gehört zu der in Australien geschützten Art.

Die Frau wurde nach Angaben der Polizei in Queensland wegen eines anderen Deliktes gesucht, sie sollte die Beamten aufs Revier begleiten. Auf die Frage der Beamten, ob sie Drogen oder Waffen bei sich trage, erklärte die Frau, sie habe lediglich einen Koalabären im Rucksack. Sie gab an, das Jungtier in der vorangegangenen Nacht an einer Straße entdeckt zu haben.

Die Polizisten übergaben den kleinen Koala an eine Tierschutzorganisation – nicht ohne vorher noch Erinnerungsfotos mit dem Beuteltier im Beutel zu machen. „Alfred“, wie sie den Koala tauften, sei zwar etwas dehydriert, aber ansonsten wohlauf gewesen, hieß es. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, gefundene Koalas nicht selbst aufzunehmen, sondern den Tier-Notruf zu wählen.

Koalas sind Beuteltiere, die nur in Australien vorkommen. Laut Koala-Stiftung (Australian Koala Foundation) gibt es in Australien nur noch schätzungsweise 100.000 Koalas in der Wildnis. Am häufigsten sind Koalas noch im östlichen Bundesstaat Queensland, wo auch „Alfred“ gefunden wurde. Doch auch hier gelten sie als gefährdet. Jedes Jahr sterben etwa 4000 Koalas durch menschliche Ursachen. Die Haltung von Koalas in Gefangenschaft ist sehr schwierig und kostspielig.