Schlepper

Acht Tote im Mittelmeer – Schleuser-Prozess beginnt in Köln

In Köln stehen seit Montag zwei mutmaßliche Schleuser vor Gericht. Sie sollen für den Tod irakischer Flüchtlinge verantwortlich sein.

In Schlauchbooten wie diesem sollen die zwei jungen Syrer im Kölner Schleuser-Prozess irakische Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland gebracht haben. Mindestens acht Menschen ertranken bei der Überfahrt.

In Schlauchbooten wie diesem sollen die zwei jungen Syrer im Kölner Schleuser-Prozess irakische Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland gebracht haben. Mindestens acht Menschen ertranken bei der Überfahrt.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Köln.  Am Landgericht Köln am Montagvormittag der Prozess gegen zwei mutmaßliche Schleuser begonnen, denen der Tod von mindestens acht Flüchtlingen auf dem Mittelmeer zur Last gelegt wird. Die Anklage lautet auf Einschleusen von Ausländern mit Todesfolge. Dieser Straftatbestand wird mit drei bis 15 Jahren Haft bestraft.

Die beiden Syrer sind 20 und 18 Jahre alt und damit Heranwachsende. Sie sollen Mitglieder einer kurdischen Schleuserbande gewesen sein. Sie kamen später selbst als Flüchtlinge nach Deutschland und wohnen jetzt in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft. Sie seien derzeit auf freiem Fuß, sagte ein Gerichtssprecher.

Statt einer Jacht gab es nur ein Schlauchboot

Für 2500 US-Dollar (2258 Euro) pro Person organisierte die Schleuserbande laut Staatsanwaltschaft den Transport von irakischen Flüchtlingen von der Türkei nach Griechenland. Zugesagt war demnach eine Überfahrt auf einer Jacht, tatsächlich aber habe dann nur ein Schlauchboot zur Verfügung gestanden. Zudem hätten die Angeklagten den Flüchtlingen das Anlegen von Schwimmwesten verboten, um die Gefahr einer Entdeckung zu verringern.

Weil das Schlauchboot überladen und auch nicht seetüchtig gewesen sei, sei es auf dem Meer kurz vor der griechischen Insel Kos gekentert. Dabei seien mindestens acht Flüchtlinge ertrunken. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage bis zum 6. Dezember angesetzt. (dpa)