Bestandsaufnahme

Google-Manager zählen Fische am Great Barrier Reef

| Lesedauer: 2 Minuten
Barbara Barkhausen
Ein Drückerfisch im Korallenriff: Freiwillige sammeln Daten, um herauszufinden, wie es um die Natur am Great Barrier Reef in Australien steht.

Ein Drückerfisch im Korallenriff: Freiwillige sammeln Daten, um herauszufinden, wie es um die Natur am Great Barrier Reef in Australien steht.

Foto: iStock

Wie schlecht steht es tatsächlich um das Great Barrier Reef in Australien? Tausende Freiwillige helfen jetzt bei der Bestandsaufnahme.

Sydney.  Die Gesundheit des Great Barrier Reef ist angeschlagen. Nach einer extremen Korallenbleiche in diesem Jahr ist in Teilen ein Drittel aller Korallen abgestorben. Jetzt haben die Behörden beschlossen: „Wir müssen alle zusammen helfen.“ Alle Bürger sollen deswegen im Süden des legendären Riffs Fische zählen und Korallen beobachten.

Die Frage lautet: Wie viele Korallen sind wo abgestorben? Wie sieht die Lage an den insgesamt 3000 Einzelriffen mit 400 unterschiedlichen Korallentypen aus? Wie haben die 1500 Fischspezies die vergangenen Monate überstanden? Für diese Mammutaufgabe braucht es Tausende Freiwillige, die im Auftrag der Wissenschaftler und Behörden zählen und fotografieren.

Manager von Google und Qantas tauchen ab

Die Marineparkbehörde hat deswegen das „Eye on the Reef“-Programm ins Leben gerufen, mit dessen Hilfe Privatleute den Wissenschaftlern unter die Arme greifen und ihre Beobachtungen beim Schnorcheln und Tauchen übers Internet weitergeben können.

Ein erstes gutes Beispiel setzte die Great-Barrier-Reef-Stiftung nun mit einem Team aus 50 Managern von Firmen wie Google, Qantas oder BHP Billiton. Sie schickte die Manager, die sonst meist im Büro arbeiten, los, um unter Wasser ihren Dienst zu leisten. Ihr Ziel war die Insel Lady Elliot Island, die am südlichen Ende des Riffs liegt.

Südlicher Teil des Riffs weitestgehend gesund

Sabine Zonderland, eine Markenmanagerin bei Google, war eine der Teilnehmerinnen. Sie zählte Fische und konnte sich dabei nicht über einen Mangel an Tieren beschweren. „Ich sah eine Menge Forellen und etliche der kleinen Nemo-Fische, und sie waren alle zusammen in kleinen Familien“, sagte sie. BHP-Billiton-Ingenieur Nathan Donegan dagegen zählte Schnecken. „Ich fand innerhalb von zehn Minuten etwa 350 Exemplare.“

Die Beobachtungen der Manager bestätigen damit einen Teil der Ergebnisse der Wissenschaftler: nämlich, dass der Süden des Riffs noch weitestgehend gesund ist, während dagegen der Norden schwer gelitten hat.

Zwei Drittel der Korallen überlebten El Niño nicht

Denn als Anfang des Jahres wegen des intensiven Stroms El Niño rund 93 Prozent der Korallen im Great Barrier Reef bleichten, überlebte mehr als ein Drittel der Korallen im Zentrum und im Norden dies nicht, während der südliche Teil des Riffs, wo auch Lady Elliot Island liegt, Glück hatte.

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