Forschung

Aktive Facebook-Nutzer leben laut einer neuen Studie länger

Christine Holthoff
Wer auf Facebook viel mit Freunden interagiert, hat ein geringeres Sterblichkeitsrisiko als Unvernetzte.

Wer auf Facebook viel mit Freunden interagiert, hat ein geringeres Sterblichkeitsrisiko als Unvernetzte.

Foto: imago stock&people / imago/Ralph Peters

Der Gebrauch von Facebook und gute Gesundheit hängen nach neuen Forscher-Erkenntnissen zusammen. Doch Vorsicht vor einem Trugschluss.

Berlin.  Dass Menschen mit vielen sozialen Kontakten länger leben, haben Forscher bereits mehrfach herausgefunden. Nun kommen Wissenschaftler verschiedener US-amerikanischer Universitäten zu dem gleichen Ergebnis für Online-Kontakte.

„Das Risiko, in einem gegebenen Jahr zu sterben, liegt für Facebook-Nutzer zwölf Prozent niedriger als für Facebook-Verweigerer“, heißt es in der Studie, die am Montag im PNAS Journal veröffentlicht wurde. Dieses Ergebnis widerspreche der Behauptung, dass soziale Medien einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hätten.

Zusammenhang macht noch keinen Effekt

Die Forscher werteten für ihre Studie zwölf Millionen Facebook-Profile aus, die ihnen das Unternehmen zur Verfügung stellte, zudem Krankenakten des kalifornischen Gesundheitsamtes. Auf dieser Basis fanden sie heraus, dass Menschen mit moderatem Facebook-Gebrauch die niedrigste Sterblichkeitsrate hatten und dass es einen Zusammenhang gab zwischen erhaltenen Freundschaftsanfragen und geringerer Sterblichkeit. Selbst Freundschaftsanfragen zu verschicken, hing hingegen nicht mit besserer Gesundheit zusammen.

Was die Studie allerdings nicht bedeutet: dass die Nutzung von Facebook einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Die Forscher selbst schreiben in ihrem Paper von „mehreren Einschränkungen“ – darunter die statistische Tatsache, dass Zusammenhänge noch kein Beweis für eine kausale Beziehung sind. Will heißen: Vielleicht leben aktive Facebook-Nutzer auch einfach nur deshalb länger, weil Menschen, die länger leben, aktiver Facebook nutzen.

„Wir geben jetzt noch keine Empfehlungen, wie Menschen soziale Medien nutzen sollten“, sagte der Chef des Forscherteams, William Hobbs, der „New York Times“. Jetzt sei es erst einmal wichtig, die Ergebnisse in weiteren Untersuchungen zu bestätigen.

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