Duisburg

„Ebay-Baby“ kommt in Mutter-Kind-Einrichtung

Duisburg. Was soll mit einem Baby geschehen, das von seinem Vater im Internet zum Kauf angeboten worden ist? Soll es bei einer Pflegefamilie bleiben? Soll es zurück zu seinen Eltern, weil die Annonce auf Ebay Kleinanzeigen laut Vater ja nur ein Scherz gewesen ist? Das Amtsgericht Duisburg hat am Donnerstag einen anderen Weg gewählt: Die 20-jährige Mutter bekommt ihr Kind zurück und zieht mit ihm in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Umgehend und bis auf Weiteres.

Und der Vater? Ohne Aufsicht soll er das Baby, das er als „Maria“ für 5000 Euro angeboten hatte, nicht sehen dürfen. „Ein unbeaufsichtigter Kontakt des Vaters zum Kind“ soll ausgeschlossen werden. „Ergänzende Maßnahmen“ hat das Gericht dazu angeordnet. Details dazu wurden nicht bekannt.

Das Verkaufsangebot erschien am 11. Oktober in einem Online-Inserat: Für 5000 Euro sollte ein echtes Baby den Besitzer wechseln. Es handele sich um ein Kind namens Maria, war in gebrochenem Deutsch in der Beschreibung zu lesen: „Er ist ein kleines Kind, das 40 Tage alt namens Maria (...) verkaufen“. Vier Fotos hatte er dazugestellt. Sie zeigten ein Baby im Strampelanzug. Mitarbeiter der Handelsplattform bemerkten die Anzeige jedenfalls schon nach etwa 30 Minuten. Sie sperrten sie und verständigten die Polizei. Die fand heraus, von welchem Internetanschluss aus die Anzeige veröffentlicht wurde. Am Abend des 12. Oktober wurde in Duisburg die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie durchsucht. Die Mutter ist 20 Jahre, der Vater 28 Jahre alt. Maria ist ihr einziges Kind. Beide wurden vernommen, das Jugendamt nahm das Kind aus der Familie und gab es in die Obhut einer Pflegefamilie. Erst nach drei Tagen räumte der Vater ein, die Anzeige selbst aufgegeben zu haben. Es sei nur ein Scherz gewesen.

Die Familienrichterin nahm sich am Donnerstag Zeit: Etwa 75 Minuten dauerte die nicht öffentliche Verhandlung mit der Mutter. Der Vater war nicht mit dabei. Dem Gericht seien keine Anzeichen für eine Vernachlässigung des Kindes bekannt geworden, so ein Sprecher.