Familiengericht

Vater von Baby „Maria“ wird Kontakt zum Kind eingeschränkt

Für 5000 Euro hatte ein Vater seine Tochter auf Ebay angeboten. Nun hat das Familiengericht Duisburg den Umgang mit dem Kind geregelt.

Diese Kleinanzeige hatte der Vater des Mädchens bei Ebay veröffentlicht.

Diese Kleinanzeige hatte der Vater des Mädchens bei Ebay veröffentlicht.

Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services

Duisburg.  Es war eine schockierende Kleinanzeige: Für 5000 Euro war das 40 Tage alte Kind einer in Rheinhausen lebenden Flüchtlingsfamilie vor drei Wochen per Kleinanzeige auf Ebay zum Kauf angeboten worden. Am Donnerstag entschied das Amtsgericht Duisburg über die nahe Zukunft des Kindes: Es wird mit seiner Mutter in eine spezielle Mutter-Kind-Einrichtung ziehen. Der Vater darf es nur unter Aufsicht sehen.

Die Kleinanzeige, mit der „Maria“ zum Kauf angeboten wurde, hatte bundesweit Entsetzen und Abscheu ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen versuchten Menschenhandels auf. Nach dem zunächst unbekannten Verfasser der Anzeige wurde gesucht. Der Vater des Mädchens hatte sich wenige Tage später selbst der Polizei gestellt und das Smartphone, mit dem er die Anzeige ins Netz gestellt hatte, vorgelegt. Allerdings beteuerte der Mann, er habe die Anzeige nur zum Spaß aufgegeben.

Familienrichter fand Kompromiss

Das kleine Mädchen war sofort in die Obhut des Jugendamtes genommen worden. Am Donnerstag nun musste das Familiengericht im Rahmen einer nicht öffentlichen Anhörung, die im Gerichtsgebäude am König-Heinrich-Platz stattfand, die Frage klären, wie es mit dem Baby weitergehen soll: Bleibt es in der Obhut des Jugendamtes oder darf es, und wenn ja unter welchen Auflagen, zu seiner Familie zurück?

Das Ergebnis ist ein Mittelding. Der Presserichter des Amtsgerichts gab es den zahlreichen wartenden Journalisten in wenigen Sätzen bekannt: „Die Kindesmutter wird ihre derzeitige Lebenssituation aufgeben. Sie wird sich mit dem Kind in eine spezielle Mutter-Kind-Einrichtung begeben. Ein unbeaufsichtigter Umgang des Kindsvaters mit dem Baby ist nicht möglich.“

Ermittlungsverfahren läuft

Auf diese Weise ist eine Kontrolle durch das Jugendamt gewährleistet, eine weitere Kindswohlgefährdung durch den Vater wird behördlicherseits ausgeschlossen. Das Ermittlungsverfahren gegen den 28-Jährigen läuft noch.

Dieser Artikel ist zuerst auf derwesten.de erschienen.