Video-Wettbewerb

Wie junge Forscher tanzend ihre Doktorarbeit erklären

Das renommierte „Science“-Magazin hat einen wissenschaftlichen Wettbewerb gestartet – mit getanzten Beiträgen. Hier das Sieger-Video.

Mit einem Tanzvideo gewann Jacob Brubert (Mitte) einen Wissenschaftswettbewerb des Magazins „Science“.

Mit einem Tanzvideo gewann Jacob Brubert (Mitte) einen Wissenschaftswettbewerb des Magazins „Science“.

Foto: Jacob Brubert / youtube.com/channel/UClgEyUSd4pC7AfeA7bkzInw

Cambridge.  Jacob Brubert von der Universität Cambridge ist seit Mittwoch ein angesehener Wissenschaftler. Seine Doktorarbeit über künstliche Herzklappen hat einen Preis des Wissenschaftsmagazins „Science“ gewonnen. Dabei war es nicht der Inhalt der Arbeit, sondern die Art, wie Brubert sie vorgetragen hat. Er hat sie nämlich vorgetanzt.

Die Performance von Brubert war Teil eines Wettbewerbs, den das Magazin nun schon neunten Mal ausgeschrieben hatte. Die Beschreibung des Contests wirkt auf viele sicherlich wie eine akademische Version von Eurythmie – der anthroposophischen Bewegungskunst, wie sie an Waldorfschulen gelehrt wird.

Doch hinter dem Wettbewerb steckt viel mehr: der Anspruch, komplizierte Forschungsinhalte einfach darzustellen. Zugelassen sind Studenten, die ihren PhD-Abschluss (Philosophiae Doctor) machen.

Forschung ist, wenn eine Kuh „Pata Pata“ tanzt

Wie „Science“ selbst schreibt, sind die Tanzeinlagen die Antwort auf die nervende Frage von Freunden und Kollegen: „Worum geht es eigentlich in deiner Doktor-Arbeit?“ Jacob Brubert beantwortet diese Frage mit tanzenden Tieren zu der Musik „Pata Pata“ von Miriam Makeba. Brubert zeigt in seinem Video drei Methoden auf, mit denen defekte Herzklappen bei Patienten ersetzt werden können:

• So gibt es die Möglichkeit, die Klappen durch tierischen Zellstoff beziehungsweise tierische Spenderorgane zu ersetzen. In diesem Fall tanzen eine Kuh und ein Schwein über den Bildschirm

• Eine weitere Variante sind mechanische Ersatzteile. Diese werden im Video durch ein steppendes Paar ersetzt. Das Klappern der Schuhe erinnert an den Klang mechanischer Gerätschaften.

• Die von Brubert bevorzugte Variante sind aber Polymer-Teile, die Eigenschaften von menschlichen Organen teilen. Die Teile passen sich der Umgebung an und sind langlebiger als tierische Spenden. Zudem reagiert das Blut besser auf sie als auf mechanische Geräte.

1000 US-Dollar für Tanzeinlage

Für seine Tanz-Performance erhielt Jacob Brubert 1000 US-Dollar und erhält die Möglichkeit, seine Arbeit auf einer der größten Plattformen für Wissenschaftler zu präsentieren. Neben Bruberts Beitrag wurde auch ein Video über die Resistenz gegenüber Antibiotika mit 500 Dollar ausgezeichnet.

Darin tanzen Bakterien mit Gesichtsmasken durch goldenen Staub. Es wirkt wie eine Biologie-Stunde, die Lady Gaga leitet.

Aerobic-Video als Wissenschaftsbeitrag

In der Kategorie Sozialwissenschaften gewann ein Beitrag der Feinberg School of Medicine. In dem Video geht es darum, wie ältere Menschen zu körperlicher Betätigung bewegt werden können. Diese sei wichtig, um im Alter fit und belastbar zu bleiben.