Istanbul

Mord an Hatun Sürücü: Prozess gegen zwei Brüder fortgesetzt

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Blumen und Kränze liegen in Berlin neben einem Gedenkstein für die ermordete Hatun Sürücü

Blumen und Kränze liegen in Berlin neben einem Gedenkstein für die ermordete Hatun Sürücü

Foto: Soeren Stache / dpa

Hatun Sürücü wurde 2005 von ihrem jüngsten Bruder in Berlin ermordet. Zwei weitere Brüder stehen in Istanbul vor Gericht.

Die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü wurde vor elf Jahren in Berlin erschossen. Am Dienstag wird der Prozess gegen die beiden Brüder der Ermordeten in Istanbul fortgesetzt. Laut Anklage wird den 35 und 36 Jahre alten Männern das vorsätzliche Töten einer nahen Verwandten vorgeworfen. Sie sollen demnach den jüngsten Bruder mit dem Mord beauftragt haben. Außerdem sollen die beiden Angeklagten die Waffe besorgt haben, heißt es weiter in der Anklage. Der Prozess findet im Gerichtsgebäude Kartal auf der asiatischen Seite Istanbuls statt.

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Der jüngste Bruder erschoss Hatun Sürücü im Jahr 2005 an einer Bushaltestelle in Berlin. Dafür saß er neuneinhalb Jahre in Deutschland in Haft und wurde dann in die Türkei abgeschoben. Beim Verhandlungstag im Januar, zu dem der jüngste Bruder vor dem Gericht in Istanbul erschien, hatte er ausgesagt, die Tat alleine begangen zu haben.

Der heute 29-Jährige gab außerdem an, nach einem Streit die Fassung verloren und seine Schwester - entgegen seiner früheren Behauptungen - nicht wegen ihres westlichen Lebensstils umgebracht zu haben.

Bundesgerichtshof hob Freisprüche gegen Angeklagte auf

Am bisher letzten Verhandlungstag im April wurden nur Zeugen der Verteidigung vernommen, unter anderem die Ehefrau eines der Angeklagten. Die Verteidiger der Angeklagten bemühten sich darzustellen, dass die Familie nichts gegen einen westlichen Lebensstil einzuwenden habe.

Die Anklage stützt sich vor allem auf die Aussagen der Ex-Freundin des Täters, der ihr laut Anklageschrift von dem Mitwirken der beiden Brüder detailliert erzählt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte im April verlangt, dass die Ex-Freundin erneut vernommen wird. Unklar ist, ob diese am Dienstag vor Gericht erscheint. Am Dienstag sollen außerdem die Ex-Frau des 35-jährigen Angeklagten und deren Vater vernommen werden.

Die beiden Angeklagten standen schon einmal in Deutschland vor Gericht. Doch im Berliner Mordprozess wurden sie zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hob die Freisprüche 2007 auf. Die Brüder hatten sich jedoch in die Türkei abgesetzt. Ein Prozess kam nicht zustande, weil das Land seine Staatsbürger nicht ausliefert. Im Jahr 2013 eröffnete die türkische Justiz dann ein Strafverfahren gegen die Männer.

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