Kleiderordnung

Diskriminierungsvorwurf: Fitnessstudio ändert Hausordnung

Tanktop-Verbot für Männer, nicht aber für Frauen: Zwei Fitnessstudio-Kunden fühlten sich diskriminiert. Nun hat der Betreiber reagiert.

Training in ärmellosen Shirts war in einem Hamburger Fitnessstudios nicht erwünscht. Zwei Männer fühlten sich diskriminiert.

Training in ärmellosen Shirts war in einem Hamburger Fitnessstudios nicht erwünscht. Zwei Männer fühlten sich diskriminiert.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Hamburg.  Zwei Männer durften in einem Hamburger Fitnessstudio nicht mit ärmellosen Shirts trainieren, weil es die Hausordnung nicht zulässt. Die beiden Sportler fühlten sich diskriminiert, weil Frauen sehr wohl mit freien Schultern an die Geräte gelassen wurden. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte zuerst darüber berichtet – und die Studio-Betreiber offenbar dazu bewegt, ihr beharrliches Schweigen zu brechen.

Denn nun gibt es Bewegung in dem Fall, der zur Farce werden könnte. Nach einer Beschwerde der männlichen Kunden hat das Fitnessstudio BeneFit das Verbot ärmelloser Trainingskleidung auch auf Frauen ausgeweitet. Der Fitnessanbieter mit Sitz in Bad Zwischenahn ergänzte das in der Hausordnung aufgeführte Verbot, in Unterhemden oder ähnlichem zu trainieren, um den Hinweis „Dieses gilt gleichermaßen für Männer und Frauen!“. Das teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. „Es lag niemals in unserer Absicht, Menschen in unserem Hause zu diskriminieren.“

Nicht der erste Diskriminierungsfall in Fitnessstudios

Die zwei Freizeitsportler, die sich über die Auslegung der Kleiderordnung beschwert hatten, hatten sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt. Diese sah darin einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und konfrontierte den Betreiber bereits im Sommer mit den Vorwürfen. Eine Anwältin des Unternehmens teilte zunächst mit, dass das Gleichheitsgesetz in dem Fall nicht anwendbar sei. „Wir sehen das anders“, sagte eine Sprecherin der Antidiskriminierungsstelle der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Am Freitag lenkte das Unternehmen nun ein.

Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 184 Anfragen wegen Diskriminierungen in Fitnessstudios. Meist gehe es dabei um Diskriminierungen wegen der ethnischen Herkunft oder wegen der Religion. In acht Fällen beschwerten sich Männer, die sich in Fitnessstudios aufgrund von Kleidervorschriften gegenüber weiblichen Kunden benachteiligt fühlten. (HA/lni/dpa)