Schweinehaltung

Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen CDU-Politiker

In den Ställen hoher Landwirtschaftsfunktionäre sollen grausige Entdeckungen gemacht worden sein. Die Folge sind mehrere Strafanzeigen.

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring (CDU), Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, in einem seiner Schweineställe im nordrhein-westfälischen Vreden.

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Röring (CDU), Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, in einem seiner Schweineställe im nordrhein-westfälischen Vreden.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  Die Tierschutzorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen drei führende Landwirtschaftsfunktionäre und Politiker. In den Schweineställen der drei Landwirte herrschten „erschreckende Zustände“. Dies legten Filmaufnahmen von Peta nahe, über die der „Spiegel“ jetzt berichtet. Die Aufnahmen liegen dem Magazin vor.

Zu sehen seien beispielsweise „Schweine mit riesigen Nabelbrüchen“. Viele Tiere hätten „blutig gebissene Schwanzstummel. Etliche husten, humpeln oder kommen kaum mehr hoch. In den Gängen liegen tote, verwesende Tiere, bei einem treten die Innereien aus“.

Peta stellte Strafanzeige gegen Politiker

Laut Peta stammen die Aufnahmen aus Ställen von drei Politikern, die allesamt für die CDU im Bundestag sitzen: Franz-Josef Holzenkamp, Aufsichtsratschef beim Agrar-Unternehmen Agravis Raiffeisen, Josef Rief, lange Jahre im Bauernverband aktiv, sowie Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands.

Gegen alle drei stellte Peta dem Bericht zufolge inzwischen Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Röring erklärte laut „Spiegel“, er könne „keinen Verstoß gegen geltendes Recht“ erkennen. Auch Josef Rief bestreite Haltungsprobleme in seinen Ställen. Ein Amtsveterinär habe ihm die „Ordnungsmäßigkeit“ vorige Woche bestätigt. Holzenkamp habe dagegen Probleme eingeräumt. (W.B.)

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