Bristol

Brite läuft 401 Marathons in 401 Tagen

Bristol. Mit 29 Jahren war Ben Smith am Ende. Ein unzufriedener, trauriger Mann. Der Engländer war übergewichtig, rauchte, trank, schließlich erlitt er sogar einen leichten Schlaganfall. Jetzt, also keine fünf Jahre später, hat Ben Smith all das hinter sich gelassen. Auf einer Strecke, die so weit ist, wie die zwischen London und Sydney. 401 Marathonläufe in 401 Tagen brachte Smith hinter sich, quer durch Großbritannien.

Angetrieben wurde Smith nicht nur vom sportlichen Ehrgeiz und vom Willen, sein altes Ich hinter sich zu lassen. Er wollte mit seiner Laufaktion auch helfen. Weil er homosexuell ist, war er jahrelang gehänselt, gemobbt, auch körperlich drangsaliert worden. Zweimal versuchte er, sich das Leben zu nehmen. „Das alles hat so sehr auf mein Selbstvertrauen gedrückt, dass ich dachte, ich könnte da nicht mehr rauskommen.“ Ein Freund nahm ihn mit zu seiner Laufgruppe. Nach und nach erholte sich Smith, physisch und mental. Smith bekannte sich offen zu seiner Homosexualität – und hatte dann die Idee der „401 Challenge“ Das Ziel: Das Thema Mobbing in Großbritannien in den Fokus rücken, Spenden für Hilfsorganisationen sammeln. Zwei Jahre Planung, 23 verschlissene Paar Laufschuhe und fast 17.000 gelaufene Kilometer später hat Smith mehr als 250.000 Pfund an Spenden gesammelt für Organisationen, die sich um Opfer und Prävention beim Thema Mobbing kümmern. Quasi nebenbei besuchte Smith über 100 Schulen, an denen er zum Thema Mobbing referierte, Motivationsreden hielt. Er quälte sich durch Knie- und Fußverletzungen, wegen denen er zwischendurch sogar zehn Tage pausieren musste, dann aber später Extrakilometer lief, um im Plan zu bleiben. Am Mittwoch beendete er in Bristol seinen letzten Lauf. „Das war die Reise meines Lebens“, sagte er.