Reisetipps

So vermeiden Großbritannien-Urlauber die Pfund-Abzocke

| Lesedauer: 4 Minuten
Walter Bau
Wer in Großbritannien bare Pfund braucht, sollte am Geldautomaten höllisch aufpassen, rät ein Experte.

Wer in Großbritannien bare Pfund braucht, sollte am Geldautomaten höllisch aufpassen, rät ein Experte.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Das britische Pfund stürzt ab – und macht Trips auf die Insel noch attraktiver. Doch beim Umtausch kann es böse Überraschungen geben.

Berlin.  Nach der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, das Brexit-Verfahren bis Ende März 2017 zu starten, ist das britische Pfund am Dienstag auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gefallen. Das Pfund wurde mit weniger als 1,14 Euro gehandelt – vor knapp einem Jahr waren es noch 1,40 Euro.

Diese Entwicklung macht Reisen aus dem Euroraum auf die britische Insel, wie etwa die beliebten Shopping-Trips nach London, noch günstiger. Der Einkauf vor Ort wird billiger. Doch wie kommen Reisende am günstigsten an die Pfund? Ein Experte gibt wichtige Tipps, damit die vermeintlich günstige Tour nicht doch noch zum teuren Vergnügen wird.

• Bar-Umtausch beim Geldinstitut in der Heimat?

„Bloß nicht“, rät Uwe Döhler, Finanzexperte bei der Stiftung Warentest, „dies ist so ziemlich die teuerste Möglichkeit.“ Ungünstige Wechselkurse und Gebühren summierten sich meist zu einem schlechten Geschäft für den Umtauscher.

Einzige Ausnahme: Wer erst später, beispielsweise in einem Jahr, nach Großbritannien reisen will, kann jetzt Pfund in bar umtauschen – und darauf hoffen, dass die Währung wieder an Stärke gewinnt. „In dem Fall hätte man vielleicht ein gutes Geschäft gemacht“, sagt Döhler. Wenn allerdings der Kurs weiter sinkt, gilt das genaue Gegenteil: Man verliert doppelt. Zudem halten viele Banken keine Fremdwährung mehr vor, was den Umtausch zusätzlich kompliziert machen kann.

• Bar-Umtausch in Banken vor Ort?

„Da gilt ähnliches wie beim Umtausch in der Heimat“, weiß Döhler. Besser man lasse auch hier die Finger davon.

• Abhebung vom Geldautomaten in Großbritannien?

Diese Variante ist für den Experten die beste Wahl, wenn man denn unbedingt Bargeld braucht. Man sollte sich aber rechtzeitig bei seiner Bank oder Kreditkartenanbieter über die anfallenden Kosten informieren. „Manche Kreditkarten bieten kostenlose Abhebung weltweit“, so Döhler, „das ist natürlich optimal.“ Bei der Abhebung per Girocard müsse man mit einer Gebühr von oftmals fünf bis sechs Euro oder noch mehr rechnen. Trotzdem sei es günstiger, Bargeld am Automaten zu ziehen als umzutauschen – vorausgesetzt, man umgeht eine Fußangel.

„An vielen Geldautomaten in Großbritannien wird dem Abheber aus dem Euroraum auf dem Display die Möglichkeit angeboten, das Geschäft in Euro abzuwickeln“, weiß Fachmann Döhler. Das klingt übersichtlich und transparent, sei jedoch sehr teuer, denn hinter dem vermeintlichen Service verbirgt sich pure Abzocke: „Für die Abwicklung in Euro erhebt der Geldautomaten-Betreiber nicht selten Aufschläge von zehn Prozent. Das wird vielen Kunden so schnell gar nicht klar.“ Döhler rät deshalb: „Die Euro-Variante auf keinen Fall anklicken, auch wenn man vom Automaten sogar ein zweites Mal dazu animiert wird.“

• Bezahlung per Kreditkarte oder Girocard?

„Wer mit Kreditkarte bezahlt, muss mit einem Fremdwährungs-Aufschlag seitens des Kartenanbieters in Höhe von ein bis zwei Prozent rechnen“, so Döhler. Das lasse sich verschmerzen. Die Gebühr bei Zahlung per Girocard und PIN-Nummer sei je nach Bank unterschiedlich: „Diese sollte man vorab erfragen.“ Die Zahlung per Karte ist also für den Fachmann die erste Wahl. Aber Vorsicht – auch hier lauert ein Fallstrick.

„Viele Geschäfte etwa in London, wo jede Menge Touristen sind, bieten inzwischen den gleichen angeblichen Service an wie die Geldautomaten“, warnt Döhler, „nämlich das Angebot, das Geschäft gleich in Euro abzuwickeln.“ Der Trick ist der gleiche: Ein satter Aufschlag wird fällig. Zwar sind es meist nicht zehn Prozent wie am Automaten, sondern etwa die Hälfte. Aber auch diese Kosten kann man sich leicht sparen: mit einem eindeutigen „No!“.

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