Höhle der Löwen

Dirndl zu norddeutsch? – TV-Designerin beklagt Drohungen

Mit Trachtenmode gewann eine Hamburgerin in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ zwei Investoren. Offenbar ruft das Neider auf den Plan.

Die Dirndl-Schöpferin, die aus dem Norden kommt: "Limberry"-Gründerin Sibilla Kawala beklagt sich über Drohanrufe.

Die Dirndl-Schöpferin, die aus dem Norden kommt: "Limberry"-Gründerin Sibilla Kawala beklagt sich über Drohanrufe.

Foto: Limberry

Hamburg.  Für Sibilla Kawala hätte es zunächst kaum besser laufen können. Die 32-Jährige hat mit ihrer Trachtenmode in der erfolgreichen Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ gleich zwei Unternehmer davon überzeugt, in ihr Label „Limberry“ zu investieren. Die Ausstrahlung der Sendung sorgte zudem für einen umsatzstarken Start in die Oktoberfest-Saison. Nun erlebt die Designerin offenbar die Kehrseite des noch frischen Erfolgs – weil sie aus Hamburg ist und Dirndl aus dem Norden für manche ein Ärgernis sind?

Die 32-Jährige berichtet von Drohanrufen, sie selbst vermutet Einschüchterungsversuche von Mitbewerbern dahinter. „Ich bin eine Quereinsteigerin und komme aus dem Norden – das passt vielleicht nicht jedem“, sagte Kawala der Zeitung „Die Welt“. Detaillierter schildern wollte Kawala das allerdings nicht. Ihre aktuellen Erfahrungen seien aber „schon krass.“

Dem Auftritt in der Sendung geht eine seltene Erfolgsgeschichte voraus. Ihren Online-Shop hatte die Hamburgerin zunächst nur im Rahmen ihrer Doktorarbeit gegründet und sich erst später auf Trachtenmode spezialisiert. Binnen weniger Jahre kann die Jungunternehmerin einen Jahresumsatz von rund 550.000 Euro vorweisen, zudem betreibt die 32-Jährige ergänzend ein Geschäft am Mühlenkamp in Winterhude.

Maschmeyer und Williams investierten

Jüngst gewann ihr Unternehmen in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ mehr Aufmerksamkeit. Gleich in der ersten Folge der aktuellen Staffel konnte sie Investor Carsten Maschmeyer und Homeshopping-Queen Judith Williams von ihrer Mode überzeugen. Die Juroren sparten nicht mit Komplimenten für die Jungunternehmerin.

„Auf Sie habe ich lange gewartet“, sagte Judith Williams, während Maschmeyer Kawala eine „außerordentliche Gründerin“ nannte. Die beiden investierten 250.000 Euro in das Label und verlangten dafür zusammen 20 Prozent Anteile an der Firma, die Kawala bis dahin mit Darlehen von Freunden und Familie finanziert hatte.

„Die Ausstrahlung der Sendung war zugleich zeitlich gesehen der Start in unsere Hauptsaison – die Oktoberfestzeit. So haben wir in den letzten drei Wochen wie im Akkord gearbeitet: Wir haben in den ersten drei Tagen so viele Bestellungen reinbekommen wie sonst in einem Monat“, sagte Kawala.

Damit hat sie offenbar auch Neider auf den Plan gerufen. Die Gründerin ist jedoch überzeugt, der Branche generell geholfen zu haben. „Wir haben mit dem Auftritt der Trachtenwelt insgesamt viel Aufmerksamkeit gegeben, alle profitieren davon“, sagte sie dem Bericht nach. (ras)