Sicherheitsvorkehrungen

Höchste Sicherheitsstufe: Einheitsfeiern in Dresden starten

Hunderttausende werden zu den Einheitsfeiern in Dresden erwartet. Nach zwei Sprengstoffanschlägen ist die Polizei in Alarmbereitschaft.

Dresden bereitet sich mit scharfen Sicherheitsvorkehrungen auf die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit vor. Eine Barriere aus Betonblöcken soll etwa Anschläge mit Fahrzeugen wie in Nizza verhindern.

Dresden bereitet sich mit scharfen Sicherheitsvorkehrungen auf die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit vor. Eine Barriere aus Betonblöcken soll etwa Anschläge mit Fahrzeugen wie in Nizza verhindern.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Dresden.  Zu Beginn der zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit bleibt die Lage an diesem Samstag in Dresden angespannt. Angesichts der Angst vor Terror und möglicherweise gewaltsamen Protesten starten die Feiern in der sächsischen Landeshauptstadt unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen.

Polizeipräsident Horst Kretzschmar sieht sich zu Beginn der Feierlichkeiten gut gerüstet. „Die Dresdner Polizei und ihre Unterstützungskräfte werden alles dafür tun, damit wir ein sicheres und friedlichen Fest begehen können“, erklärte er am Samstag in einem Video auf Twitter. Zwar gebe es Informationen, dass „Unbelehrbare“ versuchen wollten, die Feierlichkeiten zu stören. Aber: „Wir sind darauf vorbereitet“, sagt Kretzschmar.

Drei Tage lang gibt es ein Bürgerfest und viele weitere Veranstaltungen. Am Montag, dem eigentlichen Feiertag, werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet. Die Stadt rechnet pro Tag mit jeweils 250.000 Besuchern.

Betonsteine als Anti-Terror-Maßnahme

Überschattet sind die Feierlichkeiten von zwei Sprengstoffanschlägen am vergangenen Montag sowie einer am Donnerstag in der Stadt gefundenen Bombenattrappe. 2600 Beamte sind in Uniform oder zivil unterwegs. 1400 schwere Betonsteine sollen einen Anschlag mit einem Fahrzeug wie im Juli in Nizza verhindern.

Am Freitag veröffentlichte die Polizei im Zusammenhang mit dem Anschlag auf eine Moschee Fotos und ein Video von einem mutmaßlichen Täter. Ein angeblich linkes Bekennerschreiben, das zwischenzeitlich für Verwirrung gesorgt hatte, entpuppte sich dagegen als Fälschung. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand handelt es sich um ein Fake“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Dies habe die Auswertung des Schreibens anhand von Formulierungen und Wortwahl ergeben. Wer dahinter stecke, sei noch nicht bekannt.

Polizei sucht Verdächtigen mit Fahndungsfoto

Die Fahndungsfotos und das Video zeigen eine schlanke und mit hellblauer Jacke bekleidete Person, die einen Motorradhelm mit offenem Visier und einen Rucksack trägt und rauchend auf einem Bürgersteig entlangläuft. Das Gesicht ist nicht zu erkennen. Der Verdächtige habe sich über längere Zeit im Bereich der Moschee aufgehalten, heißt es in dem Zeugenaufruf von Generalstaatsanwaltschaft und Operativem Abwehrzentrum der Polizei.

Ob der Fund der Bombenattrappe am Donnerstag mit den Sprengstoffanschlägen auf die Moschee und das Kongresszentrum am Montag in Zusammenhang stehe, könne ebenfalls noch nicht gesagt werden. „Das ist noch Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Sprecher Wolfgang Klein. Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt.

Mehrere Proteste und Demos geplant

Ein linkes Bündnis hat angekündigt, die Feiern zu stören. Am Sonntag ist eine Demonstration geplant, deren Route jedoch in einiger Entfernung zum Bürgerfest in der barocken Altstadt verläuft. Bei den Feiern am Montag solle es „dezentrale Proteste“ geben, kündigte die linksradikale Gruppe „Solidarity without limits“ an.

Auch die fremden- und islamfeindlichen „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) und das inzwischen mit ihnen verfeindete Bündnis „Festung Europa“ haben für Montag Kundgebungen und Proteste in Dresden angekündigt. (dpa)