Solidaritätsaktion

Baufirma kämpft gegen Abschiebung von afghanischem Kollegen

Der Flüchtling Tavus Qurban ist ein Musterbeispiel für Integration. Trotzdem droht ihm die Abschiebung. Seine Kollegen wollen helfen.

Die Baufirma Strasser startet eine Solidaritätsaktion für ihren Kollegen Tavus Qurban. Der afghanischen Flüchtling ist von der Abschiebung bedroht, weil seine Arbeitserlaubnis nicht verlängert werden soll.

Die Baufirma Strasser startet eine Solidaritätsaktion für ihren Kollegen Tavus Qurban. Der afghanischen Flüchtling ist von der Abschiebung bedroht, weil seine Arbeitserlaubnis nicht verlängert werden soll.

Foto: STRASSER Bauunternehmen GmbH

Winhöring.  Das ist Zusammenhalt: „Tavus Qurban – Wir stehen hinter Dir!“, heißt es in einem Facebook-Post der Baufirma Strasser aus dem bayerischen Winhöring. Weil dem Flüchtling die Abschiebung droht, starten seine Kollegen eine Solidaritätsaktion – und sammeln damit auf Facebook innerhalb kürzester Zeit mehr als 61.000 Reaktionen. Der Beitrag wurde bis Donnerstagnachmittag mehr als 57.000 Mal geteilt und häufiger als 2600 Mal kommentiert.

In dem Post, der am Mittwochvormittag auf Facebook veröffentlicht wurde, kündigt Strasser an, am Freitag zwischen 10 und 12 Uhr auf allen seinen Baustellen die Arbeit niederlegen zu wollen. „Damit erklären wir uns solidarisch mit unserem afghanischen Kollegen Tavus Qurban“, heißt es in dem Text, darunter ein Foto von Qurban, der im blauen Firmen-T-Shirt ernst in die Kamera schaut.

Arbeitserlaubnis soll nicht verlängert werden

Qurban bestreite seinen Lebensunterhalt allein, verdiene sein eigenes Geld, zahle Steuern und Krankenversicherungsbeitrag. Seit fünf Jahren unterstütze er Strasser mit seiner Arbeitskraft. Doch nun drohe ihm die Abschiebung, weil seine Arbeitserlaubnis nicht verlängert werden soll. „Tavus versteht die Welt nicht mehr. Er möchte in Deutschland bleiben, hat hier Arbeit und eine neue Zukunft gefunden. Selbst wenn er keine weitere Aufenthaltsgenehmigung erhält, nach Afghanistan will er nie mehr zurück. Seine ganze Familie ist inzwischen geflohen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

„Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass voll integrierte Flüchtlinge, die inzwischen Jahre bei uns tätig sind und niemandem mehr auf der Tasche liegen, abgeschoben werden“, beklagt die Firma Strasser in ihrem Facebook-Text. „Wir haben unseren Beitrag als mittelständisches Unternehmen zum Thema Integration geleistet – nun erwarten wir dasselbe von den Behörden und fordern daher: endlich einen Pass und eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis für Tavus!“

Linken-Politikerin verspricht Hilfe

Nicht nur seine Kollegen stehen hinter Tavus Qurban. „Schande den Behörden!“, kommentiert ein Nutzer auf Facebook. Eine andere Nutzerin hat den Beitrag geteilt und lobt Strasser : „Ihr seid das Deutschland, was Mut macht. Ich wünsche Tavus, dass die Behörden endliche diese Abschiebepolitik überdenken.“

Auch eine Bundestagsabgeordnete der Linken äußert sich auf Facebook und bietet ihre Hilfe an. „Ich finde das eine vorbildliche Aktion und freue mich über so viel Solidarität. Wenn ich irgendwie helfen kann, melden Sie sich bitte bei mir“, schreibt sie.

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