Lebensmittel-Test

„Ökotest“: Viele Reiswaffeln mit giftigem Arsen belastet

„Ökotest“ hat Reiswaffeln genauer unter die Lupe genommen. Sind die Produkte wirklich gesund? Das Testergebnis sei „zum Abgewöhnen“.

Als vermeintlich gesunder, kalorienarmer Snack geschätzt: Reiswaffeln.

Als vermeintlich gesunder, kalorienarmer Snack geschätzt: Reiswaffeln.

Foto: imago

Berlin.  Reiswaffeln als gesunder Snack zwischendurch? Beliebt ja, aber so gesund dann offenbar doch wieder nicht. Einem Testbericht von „Ökotest“ zufolge sind viele Reiswaffel-Produkte mit dem giftigen und krebserregendem Arsen belastet.

Besonders ärgerlich: Bereits vor vier Jahren hatte „Ökotest“ Arsen in Reiswaffeln nachgewiesen. Seither habe sich kaum etwas zum Guten geändert. Das Problem haben die Hersteller dem Bericht zufolge nicht in den Griff bekommen.

Das Testergebnis „ist zum Abgewöhnen“, heißt es bei „Ökotest“. Mehr als die Hälfte der 19 getesteten Produkte wurden mit „ungenügend“ bewertet. In drei der Test-Produkte lag der Arsengehalt sogar über den seit Januar geltenden EU-Grenzwerten. Für Produkte, die sehr häufig auch von Kleinkindern gegessen würden, sei das ein Skandal, beschweren sich die Tester. Bei einigen Herstellern, die bereits beim Test vor vier Jahren durch erhöhte Werte aufgefallen waren, lag der Arsengehalt im aktuellen Test sogar nochmals höher.

Arsenverseuchtes Grundwasser in Reisanbaugebieten

Doch wie kommt Arsen in die Reiswaffeln und anderen Lebensmitteln? Ganz natürliche Arsenvorkommen in Boden lösen sich aus Gesteinsschichten und geraten ins Grundwasser, das zur Bewässerung von Feldern eingesetzt wird. Über die Wurzeln nehmen Pflanzen das Gift auf.

Normalerweise sei die Konzentration jedoch so gering, dass das nicht gefährlich sei, heißt es in einem Bericht des SWR. In einigen Reisanbaugebieten wie etwa Bangladesch sei das Grund- und Trinkwasser jedoch geradezu arsenverseucht. Zudem werde beim Reisanbau vergleichsweise viel Wasser gebraucht.

Doch Arsen ist nicht der einzige potenziell gesundheitsschädliche Stoff, den „Ökotest“ in Reiswaffeln gefunden hat. Die meisten der getesteten Produkte überschritten auch die Richtwerte für das als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestufte Acrylamid. Ein Teil der getesteten Waffeln fiel zudem durch giftige Schwermetalle wie das nierenschädliche Cadmium auf. In drei Produkten wiesen die Tester gesättigte Mineralöle nach.

ZDF-Doku über verseuchtes Trinkwasser in Bangladesch

Die ZDF-Sendung „planet.e“ berichtet am Sonntag, 2. Oktober um 16.30 Uhr in der ZDF-Dokumentation „Arsen – der schleichende Tod“ über die Ergebnisse von „Ökotest“ und darüber, wie das Wasser auf den Reisfeldern in Bangladesch auf Arsen untersucht wurde.

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