Schaulustige

Gericht unterbricht Prozess um mutmaßliche Unfall-Gaffer

Der Prozess um drei mutmaßliche Gaffer hat kaum begonnen, da verordnet das Gericht schon eine Pause. Wann es weitergeht, ist unklar.

Einer der drei Angeklagten im „Gaffer-Prozess“ verbirgt sein Gesicht hinter einer Zeitung. Nach Einschätzung des Direktors des Amtsgerichts, Helmut Claudé, wird die Strafe für die Männer voraussichtlich zwei Jahre nicht überschreiten.

Einer der drei Angeklagten im „Gaffer-Prozess“ verbirgt sein Gesicht hinter einer Zeitung. Nach Einschätzung des Direktors des Amtsgerichts, Helmut Claudé, wird die Strafe für die Männer voraussichtlich zwei Jahre nicht überschreiten.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Bremervörde.  Der Prozess um drei mutmaßliche Schaulustige, die bei einem Unfall mit zwei Toten die Einsatzkräfte stark behindert haben sollen, ist ausgesetzt worden. Die Jugendrichterin Swantje Gerdes-Franski schloss sich am Donnerstag einem entsprechenden Antrag der Verteidigung an. Es sei notwendig, noch weitere Hintergründe zu klären, sagte die Richterin. Die Staatsanwaltschaft hatte sich zuvor ebenfalls dafür ausgesprochen. Das Gericht muss nun einen neuen Prozesstermin festlegen.

In Bremervörde (Niedersachsen) müssen sich drei Männer im Alter von 20, 26 und 35 Jahren vor Gericht verantworten. Zu dem Zwischenfall soll es im Sommer 2015 nach einem Unfall mit zwei Toten in einer Eisdiele gekommen sein. Das Strafmaß wird nach Einschätzung des Direktors des Amtsgerichts, Helmut Claudé, voraussichtlich zwei Jahre nicht überschreiten.

Länderpolitiker wollen Gaffer härter bestrafen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor erklärt, er hoffe, dass der Prozess in Bremervörde eine abschreckende Wirkung auf Nachahmer hat. „Wir haben dort oder erst letzte Woche wieder in Hagen gesehen, wie Bilder wehrloser Unfallopfer ins Netz gestellt oder die Rettungsarbeiten teils live gestreamt werden und zwar ausschließlich, um sich wichtig zu machen“, sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur. Wenn Rettungsarbeiten behindert würden oder Bilder der Opfer im Netz landeten, müsse das härter bestraft werden.

Niedersachsen habe daher über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative angeschoben, wonach künftig Haft- oder Geldstrafen drohen sollen, wenn die Arbeit von Polizei und Rettungskräften behindert wird. (dpa)

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