New York

Hollywoods härteste Rosenkriegerin

| Lesedauer: 4 Minuten
Dirk Hautkapp

Laura Wasser vertritt Angelina Jolie im Scheidungsverfahren – Staranwältin kämpfte schon für Gibson und Klum

New York. Wenn Eltern ihre Tochter Laura Allison Wasser nennen, damit ihre Initialen „LAW“ lauten, was auf Deutsch „Gesetz“ bedeutet, muss man sich nicht wundern, wenn die Gute am Ende in der Juristerei landet. Laura Wasser ist die vielleicht berühmteste Scheidungsanwältin Amerikas. Dutzende Promipaare von Maria Shriver/Arnold Schwarzenegger über Melanie Griffith/Antonio Banderas und Heidi Klum/Seal bis zuletzt Johnny Depp/Amber Heard haben sich von der zierlichen 48-jährigen Kalifornierin für Stundenhonorare von 850 Dollar bei der Aufteilung von Villen, Segelbooten, Juwelen und Kontoständen außergerichtlich helfen lassen. So diskret, dass die zweifache (unverheiratete) Mutter in Hollywood als „Break-up-Artist“ geadelt wird – als Trennungskünstlerin.

Ihr neuer Fall könnte ihr Meisterstück werden. Wenn Angelina Jolie und Brad Pitt den wichtigsten Tipp in ihrem 2013 erschienenen Trennungsratgeber (Untertitel: „Wie man sich scheidet, ohne die Familie zu zerstören oder bankrott zu gehen“) doch noch beherzigen: Keine bösen Worte über künftige Ex-Partner in der
Öffentlichkeit.

Danach sieht es mit einem Blick in die Klatschportale an der amerikanischen Westküste im Moment aber nicht aus. Jolie (41) will ausweislich der im Internet einsehbaren Scheidungsunterlagen das alleinige Unterbringungs- und Sorgerecht für die sechs gemeinsamen Kinder: Maddox (15), Pax (12), Zahara (11), Shiloh (10), Knox und Vivienne (8). Weil Pitt angeblich zu viel trinke und Marihuana rauche, was Wutausbrüche begünstige und dem Wohlergehen der Sprösslinge abträglich sei, soll er die drei eigenen und drei adoptierten Mädchen und Jungen in Zukunft nur regelmäßig besuchen dürfen.

Diese Breitseite hat den 52-Jährigen „fuchsteufelswild“ gemacht, wie der mit den Schönen und Reichen in symbiotischer Eintracht lebende Tratschdienst „TMZ“ schreibt. Pitt fühle sich in seiner Vaterrolle herabgewürdigt, ließ sein Umfeld durchsickern. Niemals würde er „seine Kids in Gefahr bringen“. Jolie trage die Verantwortung, wenn Paparazzi künftig jeden Schritt der Kinder verfolgten. Dass die ehrenamtliche UN-Botschafterin, Filmregisseurin, Wohltäterin und Hobbydiplomatin den Lebensentwurf, die Kinder gemeinsam großzuziehen, offenbar ohne Vorwarnung abrupt beerdigt hat, will Brad Pitt nicht hinnehmen. Ein gemeinsames Sorgerecht soll es sein. Wasser, was nun?

Angelina Jolie vertraut der dunkelhaarigen Juristin nicht zum ersten Mal. Schon bei der Auflösung ihrer zweiten Ehe mit dem Schauspieler Billy Bob Thornton regelte die regelmäßig in Modemagazinen wie „Elle“ und „Vogue“ in modischer Prada-Robe abgelichtete Anwältin, dass die Verteilung des Geldes ohne Schlammschlacht oder Fremdgehdetails geschah. Ob das auch diesmal gelingt, zweifeln US-Medien an. Dort ist aus anonymen Quellen zu erfahren, dass Pitt mit der schönen Französin Marion Cotillard (40), seiner Partnerin in dem Weltkriegsdrama „Allied“, eine Affäre haben soll. Privatdetektive hätten das ausbaldowert, heißt es. Cotillard ließ dementieren.

Gibson musste 425 Millionen Dollar für Trennung zahlen

Laura Wasser begann vor über 20 Jahren in der für die Schlichtung von Promi-Zerwürfnissen bekannten Kanzlei ihres Vaters Dennis, der schon Jane Fonda und Clint Eastwood zu Lebensabschnittspartnern machte. In ihrem ersten großen Fall ging es um Unterhaltsforderungen von 30 Millionen Dollar, die eine Dame gegen Stevie Wonder erhob. Wasser bog sie ab. Danach vertraute der Starsänger ihr auf ganzer Linie. Regelmäßig gelingt es Wasser, für ihre Mandanten das Beste herauszuholen. Bevor ein Richter einschreiten muss. Goldstandard bisher: Der Schauspieler Mel Gibson musste 2009 für die Trennung von Gattin Robyn 425 Millionen Dollar berappen.

Wie groß der im Fall Pitt/Jolie zu verteilende Kuchen ist, weiß verlässlich niemand. Wasser wird dafür sorgen, dass das Pekuniäre möglichst lange geheim bleibt. Nach Taschenrechnerspielereien des Magazins „Forbes“ soll das gemeinsame Vermögen bei über 500 Millionen Dollar liegen. Pitt wird auf 350 Millionen taxiert. Ob ein Ehevertrag vorliegt („Prenup“), ist nicht bekannt. Nach kalifornischem Recht würde die Gütertrennung nach dem Prinzip 50 zu 50 geschehen, sagen Experten für Familienrecht in Los Angeles.

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