Crowdfunding

Berühmtes Überfallopfer Barnes will Spenden nicht teilen

Dank großzügiger Spenden wurde Alan Barnes geholfen. Nun ist eine Gönnerin selbst in Not. Die Reaktion von Barnes ist überraschend.

Alan Barnes und seine Spenderin Katie Cutler bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Februar 2015.

Alan Barnes und seine Spenderin Katie Cutler bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Februar 2015.

Foto: Ian Forsyth / Getty Images

Gateshead.  Es war eine Geschichte, die ganz Großbritannien rührte: Der stark sehbehinderte und kleinwüchsige Rentner Alan Barnes aus Gateshead wurde vor seiner Wohnung überfallen und verprügelt. Die junge Kosmetikerin Kate Cutler hörte davon und startete eine Crowdfunding-Aktion: 350.000 Euro kamen so für Barnes zusammen, der sich davon ein Haus kaufte. Doch nun ist die 23-Jährige, die sogar einen Orden der Queen erhielt, selbst in Not: Sie kann die Rechnung einer PR-Agentur von 7800 Euro nicht zahlen. Angeblich hatte sie die Agentur beauftragt, um eine Stiftung zu gründen. Ihr droht sogar ein Prozess.

Als eine Lokalzeitung Barnes fragte, ob er seinen rettenden Engel unterstützen wolle, betonte er, dass ihm das Geld gespendet worden sei, damit er es für sich selbst nutze. „Es mag hart erscheinen, aber wenn ich einfach bezahlen würde, würden auch andere Leute nach Geld fragen“, sagte er.

Streit um Auftrag für PR-Agentur

Er schlug vor, jemand solle einen Fonds für seine Wohltäterin einrichten. Mit zehn Pfund würde er sich beteiligen. Cutler äußerte ihr Verständnis: „Er kann mit seinem Geld tun, was er will.“

Auch die Chefin der PR-Agentur, Claire Barber, hat sich zu Wort gemeldet. Sie sei damit beauftragt gewesen, Cutler „berühmt“ zu machen und in der Sendung „Celebrity Big Brother“ unterzubringen, sagte sie in der „Sun“. Immerhin habe sie Cutler in Talkshows platzieren können. Cutler wiederum bezeichnete diese Aussagen als „lächerlich“. Es sei ihr nie um Ruhm gegangen. (ost)