Misshandlungen

Bericht: Entführer-Paar aus Höxter wird wegen Mord angeklagt

Sie sollen ihr Opfer bis zum Tod gequält haben: Das Ehepaar aus Höxter soll einem Medienbericht zufolge wegen Mordes angeklagt werden.

Gegenüber Ermittlern hat die mutmaßliche Täterin offenbar zu mehreren Missbrauchsfällen ausgesagt.

Gegenüber Ermittlern hat die mutmaßliche Täterin offenbar zu mehreren Missbrauchsfällen ausgesagt.

Foto: imago stock&people / imago/Eibner

Berlin.  Sie sollen jahrelang Frauen in ihr Haus in Höxter gelockt und sie gequält haben: Zwei der Opfer starben. Nun sollen Wilfried W. und seine Frau Angelika laut einem Magazinbericht wegen Mordes angeklagt werden.

Wie „Der Spiegel“ meldet, droht dem beschuldigten Ehepaar damit eine lebenslange Gefängnisstrafe, sollten sie wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt werden. Zwei der entführte Frauen, Anika W. und Susanne F., waren den Verletzungen erlegen, die ihnen Wilfried und Angelika W. zugefügt haben sollen. Der Prozess-Start ist offenbar für Ende Oktober angesetzt.

Opfer wurde gefesselt und mit Elektroschocks gequält

Dem Bericht zufolge hat Angelika W. den Ermittlern Details zu den Entführungs- und Misshandlungsfällen genannt. Das Opfer Anika W. sei mit einem Elektroschocker gequält worden. Ihr Schlafplatz sei eine Badewanne im Keller gewesen. Zudem habe das Paar ihr einen Arm und einen Fuß mit Handschellen auf den Rücken gefesselt.

Neben den beiden identifizierten Opfern, gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von insgesamt acht Geschädigten aus. Zu diesen Geschädigten gehört auch Christel P. Laut „Spiegel“ ist sie die einzige Frau, die bisher ausgiebig zu ihrem Martyrium beim Ehepaar W. ausgesagt habe. Sie sei Anfang 2012 in das Haus das Paares in Höxter gelockt worden. Christel P. war nur mit einer Unterhose bekleidet in einem Schweinestall in Höxter festgehalten worden. Bevor sie gehen durfte, hatte Wilfried W. ihr mit einer Schaufel ins Gesicht geschlagen.

Frauen fielen auf Annoncen herein

Wie auch in den anderen Fällen war P. auf eine Annonce in einer Zeitung hereingefallen. Das Ehepaar war aufgeflogen, weil es für die schwer verletzte Susanne F. nach einer Autopanne einen Rettungswagen rief. F. starb im Krankenhaus, die Ärzte informierten die Polizei.

Im Juni wurde bekannt, dass die Polizei zwei Mal Kontakt zu dem Ehepaar und einzelnen Opfern hatte. Zeugen riefen bei einem Streit auf einem Parkplatz die Polizei, in einem anderen Fall war Beobachtern eine verängstigte Frau im Auto des Ehepaares aufgefallen. Hinweise auf eine Straftat konnten die zuständigen Beamten jedoch nicht ausmachen. (ac)