Erpressung

Unbekannter deponiert vergiftetes Marzipan an Schule in Kiel

In Kiel sind vergiftete Marzipanherzen gefunden worden. Die Polizei sperrte drei Schulen. Der Täter erpresst eine Supermarktkette.

Experten des Kampfmittelräumdienstes durchsuchten eine Grundschule in Kiel auf schädliche Substanzen.

Experten des Kampfmittelräumdienstes durchsuchten eine Grundschule in Kiel auf schädliche Substanzen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Kiel.  Wegen Marzipanherzen mit einer schädlichen Substanz und Drohungen eines Erpressers hat die Polizei drei Kieler Schulen gesperrt. In einer stundenlangen Durchsuchung am Freitag fanden Spürhunde und Munitionsexperten laut Ermittlern aber nichts Gefährliches.

Ein Unbekannter erpresst den Angaben zufolge ein Unternehmen mit Sitz in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Zu den Hintergründen schwieg die Polizei zunächst. Am Freitagnachmittag bestätigte die Supermarktkette Coop unserer Redaktion, dass sie erpresst wird. Die Täter drohen laut dem Kieler Unternehmen damit, weiterhin manipulierte Lebensmittel rund um Kieler Schulen zu verteilen. Man stehe in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden.

Bereits zuvor Schachtel mit vergiftetem Marzipan gefunden

Bereits am Dienstag war an einer weiteren Kieler Schule eine Schachtel mit manipulierten Marzipanherzen gefunden worden. Diese waren mit einer Substanz versetzt, die laut Polizei bei Verzehr gesundheitliche Beschwerden auslösen kann.

Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten nach Angaben des Landeskriminalamtes aber aus. In der Nacht zum Dienstag hatte die Grundschule eine E-Mail mit dem Hinweis enthalten, auf dem Hof seien vergiftete Lebensmittel ausgelegt worden.

Weil der Unbekannte am Freitagmorgen erneut Drohungen gegen Schulen aussprach, wurden diese geräumt und durchsucht. Der Kampfmittelräumdienst und Spürhunde waren im Einsatz. An zwei der drei Schulen fand die Polizei drei verdächtige Gegenstände, diese stellten sich aber letztlich als ungefährlich heraus.

Ermittler raten zur Vorsicht bei gefundenen Lebensmitteln

Nach Angaben des Landeskriminalamts geht es um einen Fall schwerer Erpressung. Die Bedrohungsszenarien gegen die Schulen würden ernst genommen, sagte Polizei-Pressesprecher Oliver Pohl. Die Ermittler rieten zur Vorsicht bei gefundenen Lebensmitteln.

Seit etwa sieben Uhr hatten die gesperrten Schulen am Freitag leergestanden. Die wenigen Schüler und Lehrer, die schon da waren, wurden wieder nach Hause geschickt. (dpa/FMG)