Straßenverkehr

Jeder Zehnte greift auf der Autobahn zum Smartphone

Auf der Autobahn chatten und telefonieren laut einer Studie doppelt so viele Fahrer wie im Stadtverkehr. Forscher warnen vor Blindflug.

Handy am Steuer: Insbesondere bei langen und monotonen Autobahnfahrten ist die Versuchung, zum Smartphone zu greifen, laut einer neuen Studie groß.

Handy am Steuer: Insbesondere bei langen und monotonen Autobahnfahrten ist die Versuchung, zum Smartphone zu greifen, laut einer neuen Studie groß.

Foto: Westend61 / imago/Westend61

Braunschweig.  Jeder zehnte Autofahrer benutzt auf der Autobahn trotz hoher Unfallgefahr sein Handy. Das haben Verkehrspsychologen der Technischen Universität Braunschweig in zwei noch unveröffentlichten Studien herausgefunden, die den Radioprogrammen NDR Info und N-Joy vorliegen.

Die meisten Fahrer nehmen ihr Handy nicht nur zum Telefonieren in die Hand, sondern auch zum Lesen, Chatten und um Apps zu bedienen, wie der Leiter der Studie, Mark Vollrath, sagte. „Bei den hohen Geschwindigkeiten auf den Autobahnen fährt man da schnell 50 oder 100 Meter blind.“

Ablenkung auf langen Autofahrten

Auf der Autobahn griffen den Forschern zufolge doppelt so viele Fahrer zum Handy wie im Stadtverkehr. So seien auf Autobahnen 5,8 Prozent durch Tippen abgelenkt gewesen, weitere 1,5 Prozent hielten das Mobiltelefon ans Ohr. Im Stadtverkehr waren es 2,3 Prozent (Tippen) beziehungsweise 1,4 Prozent (Telefonieren).

„Gerade bei den häufig langweiligen, langen Fahrten auf der Autobahn ist die Versuchung offensichtlich groß, sich ablenken zu lassen. Das Smartphone spielt dabei eine zentrale Rolle“, sagte Vollrath.

Handy am Steuer: Bußgeld und ein Punkt in Flensburg

Für die Studien hatten die Wissenschaftler im Frühjahr das Verhalten von 2022 Autofahrern auf der Autobahn 2 zwischen Hannover und Helmstedt dokumentiert, während sie neben ihnen fuhren. Im selben Zeitraum beobachteten sie 2966 Autofahrer im Stadtverkehr von Braunschweig.

Wie häufig es durch die Handynutzung zu Unfällen auf Autobahnen kommt, können die Forscher mangels aussagekräftiger Erhebungen nicht sagen. Statistiken aus Ländern wie den USA oder Österreich nennen die Nutzung von Handys als eine der Hauptunfallursachen. Das Tippen auf dem Smartphone erhöhe demnach das Unfallrisiko um das Sechs- bis Zwölffache.

Die Straßenverkehrsordnung verbietet die Nutzung des Mobiltelefons während der Autofahrt. Greift ein Autofahrer doch zum Handy und wird dabei von der Polizei erwischt, droht ihm ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. (schrö)