Klage

4,6 Millionen Dollar Schmerzensgeld für Stich mit Spritze

Eine Frau sticht sich an einer Spritze, die auf einem Parkplatz eines Supermarktes liegt. Sie klagt und bekommt Millionen zugesprochen.

Eine US-Amerikanerin stach sich versehentlich an einer Spritzennadel, die ihre Tochter auf einem Parkplatz einer Supermarktkette gefunden hatte. (Symbolfoto)

Eine US-Amerikanerin stach sich versehentlich an einer Spritzennadel, die ihre Tochter auf einem Parkplatz einer Supermarktkette gefunden hatte. (Symbolfoto)

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Anderson.  Es war der mütterliche Schutzinstinkt, der Carla Denise Garrison auf dem Parkplatz der Supermarkt-Kette Target in Anderson im US-Bundesstaat South Carolina zur Tat schreiten ließ. Ihre achtjährige Tochter hatte im Mai 2014 eine gebrauchte Injektionsnadel am Boden gefunden. Als Garrison versuchte, ihr die Kanüle aus der Hand zu schlagen, piekste sich die Mutter aus Versehen selbst.

Eine Gerichtsjury hat ihr dafür jetzt ein Schmerzensgeld von 4,6 Millionen Dollar zugesprochen. Wie die Lokalzeitung „Independent Mail“ berichtet, nahm Frau Garrison aus Sorge vor ansteckenden Krankheiten unterer anderem ein HIV-Medikament ein. Mit der Folge, dass ihr Körper die Nebenwirkungen nicht vertrug. Ehemann Clint musste vorübergehend seinen Job an den Nagel hängen und die schwächelnde Gattin pflegen.

Supermarktkette bot 750 Dollar Entschädigung

Um die Arztrechnungen erstattet zu bekommen, verlangte Garrison über ihren Anwalt 12.000 Dollar Entschädigung von Target. Die Kette stellte sich stur, bot mickrige 750 Dollar an. Garrison schickte ihren Anwalt los. Der erreichte nicht nur einen Prozess. Die Geschworenen schlugen sich komplett auf die Seite von Garrison und sprachen ihr die höchste Wiedergutmachung zu, die im Gerichtsbezirk von Anderson County aktenkundig ist.

Garrison ist die Sache beinahe peinlich. Sie gibt keine Interviews. Target will Einspruch einlegen und den Denkzettel in der nächsten Instanz kippen. Anwalt Knox Haynsworth III argumentiert, dass Frau Garrison gar nicht nachweisen kann, dass die verunreinigte Spritze von Target stammt. Womöglich eine teure Fehleinschätzung.