Ermittlungen

Braunschweiger Schulen wegen Anschlagsdrohung geschlossen

Mehrere Braunschweiger Schulen blieben am Montag geschlossen, weil es Anschlagsdrohungen gegeben hatte. Nun ermittelt der Staatsschutz.

An mehreren Braunschweiger Schulen gingen Drohungen ein. Sie blieben deshalb am Montag geschlossen, wie auch das Gymnasium Kleine Burg.

An mehreren Braunschweiger Schulen gingen Drohungen ein. Sie blieben deshalb am Montag geschlossen, wie auch das Gymnasium Kleine Burg.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Braunschweig.  Mindestens neun Braunschweiger Schulen haben in der Nacht zu Montag per E-Mail eine Anschlagsdrohung erhalten und daraufhin die Schulgebäude evakuiert. Das teilte die Braunschweiger Polizei am Montagmorgen mit. Für mehr als 7000 Braunschweiger Schüler fiel der Unterricht aus. Die polizeilichen Maßnahmen sind gegen 11.30 Uhr aufgehoben worden, wie Polizeisprecher Joachim Grande mitteilte.

Auf ihrer Facebookseite vermeldete die Polizei mittlerweile, dass dieselbe Drohung auch in anderen Städten eingegangen sei: „Z. Z. gehen wir von einem Fake aus.“ Polizeisprecher Joachim Grande sagte in einem ersten Statement: „Es ist nirgendwo etwas passiert. Alles ist ruhig. An der Neuen Oberschule gab es zwar einen Hinweis auf einen herrenlosen Koffer – aber da war nur eine Trompete drin“, sagte er. Laut Informationen der Deutschen Presseagentur sei in der Droh-Mail die Uhrzeit 9 Uhr genannt worden.

Auch am Flughafen Hannover und an einer Schule in Wunstorf waren Anschlagsdrohungen eingegangen. Das Schreiben sei dort aber als nicht ernstzunehmend eingestuft worden, erklärte ein Sprecher der Polizei Hannover am Montag. Es habe dementsprechend keine Auswirkungen gegeben, sagte der Sprecher.

Der Flugverkehr sei ohne Beeinträchtigungen weiter gelaufen, bestätigte auch eine Airport-Sprecherin. Ob es einen Zusammenhang mit den Mails in Braunschweig gibt, werde zurzeit geprüft, teilte die Polizei mit.

Strenge Kontrollen an Schulgelände

Braunschweiger Schüler berichten davon, dass etliche Streifenwagen vor den Schulen gestanden und Polizisten die Schüler per Lautsprecherdurchsagen dazu aufgerufen haben, nach Hause zu gehen. Bis um 9 Uhr waren die meisten Schulen komplett geräumt – es hielten sich nach Informationen unserer Reporter keine Schüler mehr in den Gebäuden auf.

Dass die Beamten die Drohung ernst genommen haben, zeigte unter anderem die strenge Kontrolle eines Werkzeugkoffers, mit dem eine Frau das Gelände einer Schule betreten wollte. Die Beamten schickten sie nach eingehender Überprüfung wieder weg. Schulleitern zufolge verliefen die Räumungen aber ruhig und ohne Probleme. Am Dienstag solle der Unterricht wieder stattfinden, hieß es.

Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz hat laut Polizeiangaben die Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat (Paragraf 126 Strafgesetzbuch) aufgenommen. In solchen Fällen droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Aus ermittlungstaktischen Gründen werde die Polizei zum Inhalt des Schreibens aber keine nähere Auskunft geben. Noch aber gebe es keine Hinweisen auf den oder die Verfasser, hieß es. „Im Internet gibt es gute Verschleierungsmöglichkeiten, das wird bekanntermaßen schwierig“, sagte Polizeisprecher Joachim Grande.

Auch der Fachbereich Schule habe die Anschlagsdrohung erhalten, wie die Stadtverwaltung am späten Vormittag ergänzte. In einer Pressemitteilung hieß es: „Aufgrund vieler Nachfragen von Schulen und Eltern sowie aus Kitas hat die Stadt in einer E-Mail an die Einrichtungen Folgendes mitgeteilt: Liegt bei einzelnen Schulen oder Kitas keine Drohung vor und hat die Polizei auch nicht mit den Einrichtungen Kontakt aufgenommen, so besteht nach Ansicht von Polizei und Stadt keine Veranlassung, den Betrieb einzustellen oder die Gebäude zu räumen. Gleichwohl werden, soweit noch nicht geschehen, die Schul- und Kitaleitungen gebeten, Polizei und Stadt umgehend zu kontaktieren, sollten ähnliche Drohungen vorliegen.“ Auch Teile des Landgerichts wurden am Montagvormittag geräumt. (mit dpa)

• Dieser Text erschien zuerst bei der Braunschweiger Zeitung .

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