Satire

„Charlie Hebdo“-Zeichnung über Erdbeben sorgt für Empörung

Die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ ist für ihre kontroverse Karikaturen bekannt. Nun sorgt sie erneut für Empörung: mit Erdbebenopfern.

„Charlie Hebdo“-Ausgabe, ein Jahr nach den Attentaten auf die Redaktion des Satiremagazins.

„Charlie Hebdo“-Ausgabe, ein Jahr nach den Attentaten auf die Redaktion des Satiremagazins.

Foto: © Eric Gaillard / Reuters / REUTERS

Rom.  Eine Zeichnung der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ über das Erdbeben in Italien hat Empörung und Wut ausgelöst. Auf einer Zeichnung mit dem Titel „Erdbeben auf italienische Art“ sind drei Erdbebenopfer als Nudelgerichte zu sehen. Ein verletzter Mann wird als „Penne mit Tomatensoße“, eine Frau mit Verbrennungen als „Penne überbacken“ und verschüttete Menschen als „Lasagne“ bezeichnet. Die französische Botschaft distanzierte sich von der Karikatur.

Auch den Bürgermeister der besonders betroffenen Stadt Amatrice, empörte die Zeichnung: „Wie zum Teufel kann man eine Karikatur über die Toten machen?“, sagte Sergio Pirozzi, der Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Er bezeichnete die Karikatur als „ekelhaft und peinlich“, sagte jedoch, die Zeichnung stünde nicht symbolisch für die Gefühle der Franzosen.

Unter #JeNeSuisPasCharlie empören sich viele über Zeichnung

Tausende Italiener machten ihrem Ärger daraufhin mit wütenden Kommentaren auf der Facebook-Seite des Magazins Luft. Unter dem Hashtag #JeNeSuisPasCharlie distanzierten sich die Menschen auf Twitter von den Zeichnungen und nahmen damit auf den Hashtag #JeSuisCharlie Bezug, mit dem sich Tausende nach dem Attentat Anfang 2015 mit den Machern der Satirezeitschrift solidarisiert hatten.

Bei dem schweren Erdbeben im Norden Italiens waren am 24. August fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Derzeit wird untersucht, warum so viele vermeintlich erdbebensichere Gebäude dennoch eingestürzt waren. (dpa/aba)