Evakuierung

Rund 100 Flugausfälle nach Sicherheitsalarm in Frankfurt

Ein mehrstündiger Ausnahmezustand am Flughafen Frankfurt führte zu massiven Verspätungen. Grund war offenbar ein Missverständnis.

Die Polizei am Frankfurter Flughafen räumte am Mittwoch die Abflughalle A von Terminal 1.

Die Polizei am Frankfurter Flughafen räumte am Mittwoch die Abflughalle A von Terminal 1.

Foto: Boris Roessler / dpa

Frankfurt.  Mehrstündiger Ausnahmezustand am Frankfurter Flughafen: Eine Frau hat am Mittwoch einen Sicherheitsalarm ausgelöst. Sie war am Mittwoch vor Ende der Kontrolle weitergegangen. Eine Flughalle wurde geräumt. Erst nach mehreren Stunden und der Überprüfung aller Reisenden der Flugsteige A und A+ wurde in den Mittagsstunden Entwarnung gegeben.

Womöglich basierte alles auf einem Missverständnis. Nachdem die mit zwei Kindern reisende Frau identifiziert und festgehalten worden sei, habe sie angegeben, sie habe die Kontrolle für beendet gehalten, sagte Christian Altenhofen, der Sprecher der Bundespolizei auf Deutschlands größtem Flughafen.

Rund 100 Flüge annulliert

Zu Alter und Nationalität der Frau wurden keine Angaben gemacht. Sie wurde nach ihrer Aussage wieder auf freien Fuß gesetzt und durfte ihre Reise fortsetzen. „Es gab bei der Kontrolle einen Umstand, der es erforderlich machte, die Bundespolizei hinzu zu ziehen“, sagte Altenhofen. Die Frau habe sich da allerdings schon „schnellen Schritts“ vom Kontrollbereich entfernt. „Es gab keine Alternative zur Räumung“, betonte der Polizeisprecher. „Die Sicherheit musste oberste Priorität haben.“ Bei der Reisenden seien keine verdächtigen Gegenstände gefunden worden.

Nach dem ersten Alarm gegen neun Uhr morgens evakuierte die Bundespolizei die Flughalle A vollständig. Alle Reisenden mussten noch einmal überprüft werden. Auch Passagiere, die bereits in ihrem Flugzeug saßen, mussten teilweise ins Terminal zurückkehren.

Erst in den Mittagsstunden durften die Passagiere nach und nach wieder zu ihren Flugsteigen und den dort wartenden Maschinen. Eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagte, etwa 100 Flüge seien annulliert worden. Obwohl der Flugbetrieb am Flugsteig A und A+ wieder angelaufen sei, wurde noch bis zum Abend mit Beeinträchtigungen gerechnet.

Spezialfahrzeug zur Bombenentschärfung kam zum Einsatz

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, Passagieren auf innerdeutschen Flugstrecken sei eine Umbuchung auf eine Reise mit der Deutschen Bahn angeboten worden. Wie viele Flüge und Passagiere betroffen seien, könne noch nicht abschließend gesagt werden.

Es sei kein Bombenalarm gewesen, sagte der Sprecher weiter. Allerdings sei ein Spezialfahrzeug zur Bombenentschärfung zum Einsatz gekommen, um ein herrenloses Gepäckstück zu untersuchen. Einen Zusammenhang mit dem Zwischenfall an der Sicherheitskontrolle gab es nicht.

Passagiere teilen Videos von Räumung

„Es gab eine sehr klare Ansage der Sicherheitskräfte, dass das Gebäude zu verlassen ist“, sagte Björn Lotz, der an Flugsteig A34 eigentlich auf seinen Abflug ins spanische Valencia gewartet hatte. „Es ging alles sehr schnell.“ Panik habe sich unter den Passagieren nicht ausgebreitet, obwohl sich die Menschenmenge an der Sicherheitsschleuse staute und die Reisenden nicht genau wussten, was eigentlich los war. Auf Twitter teilten Passagiere unter dem Hashtag #frankfurtairport Fotos und Videos von der Räumung.

Auf der Fraport-Webseite wurde Reisenden empfohlen, sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen und Informationen über mögliche Auswirkungen für ihre Reise zu erhalten. In anderen Bereichen des Flughafens war der Betrieb normal weiter gelaufen.

Die beiden Passagier-Terminals des größten deutschen Flughafens sind über etliche Eingänge frei zugänglich. Der Sicherheitsbereich beginnt erst innerhalb der Terminals hinter den Personenkontrollstellen für den Flugbetrieb. Davor liegen große Hallen mit Geschäften, Schaltern und Lokalen. Die Polizei überwacht diesen Bereich mit Streifen und Video-Kameras. Wer im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Land Hessen. (dpa/schrö)

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