„Jeromee“

Angela Merkel verdribbelt sich bei Boatengs Vornamen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Politikerin und nicht Sportreporterin. Beim Gespräch mit Jérôme Boateng fiel das überdeutlich auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Er wird „Dscherohm“ gesprochen, nicht „Jeromee“: Das dürfte inzwischen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel über Jérôme Boateng wissen. Beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung war ihr die etwas abenteuerliche Aussprache des möglichen nächsten Kapitäns der Nationalmannschaft durchgerutscht. Sie sorgte damit für Erheiterung.

Die Kanzlerin war am Anfang eines Gesprächs mit dem Fußball-Nationalspieler gefragt worden, ob sie mit der Kulisse zufrieden sei. Merkel wollte in aller Bescheidenheit antworten, dass der gute Besuch ja am prominenten Fußballer liegen könnte.

Merkel wäre gerne bei EM gewesen

Der zum „Jeromee“ gemachte Jérôme Boateng verzog keine Mine. Im Gespräch bedauerte Merkel, nicht bei der Europameisterschaft in Frankreich gewesen zu sein. Zu Boatengs im Publikum anwesenden Vater sagte sie: „Tollen Sohn haben Sie, können Sie stolz sein.“

Im Mittelpunkt zum Tag der offenen Tür stand in diesem Jahr das Thema „Migration und Integration“. Boateng sprach auch über das Projekt „Bunt kickt gut“, dessen Pate er ist. Auf die politische Bühne war er im Mai wider Willen durch den AfD-Bundesvize Alexander Gauland gehoben worden.

Gauland und die Sache mit dem Nachbarn

Gauland hatte in einem Interview über den dunkelhäutigen Nationalspieler gesagt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Damit war Gauland auf viel Kritik gestoßen. Später hatte er erklärt, er habe den Fußballer gar nicht weiter gekannt. „Ich wusste auch gar nicht, dass er farbig ist.“ (law)