Prozess

14-Jährige brutal vergewaltigt – Fünf Angeklagte vor Gericht

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Die Angeklagten und ihre Anwälte zum Prozessauftakt im Hamburger Landgericht. Die vier jungen Männer sollen eine 14-Jährige vergewaltigt haben. Ein Mädchen muss sich wegen Beihilfe verantworten.

Die Angeklagten und ihre Anwälte zum Prozessauftakt im Hamburger Landgericht. Die vier jungen Männer sollen eine 14-Jährige vergewaltigt haben. Ein Mädchen muss sich wegen Beihilfe verantworten.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Vier junge Menschen sollen eine 14-Jährige vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Zum Prozessauftakt geben sich die Angeklagten lässig.

Hamburg.  Mehrere Handyvideos der mutmaßlichen Täter zeigen die brutale Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg. Vier junge Männer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sollen das Mädchen auf einer Geburtstagsfeier im Februar zunächst betrunken gemacht und die widerstandslose 14-Jährige dann mehrfach sexuell missbraucht haben. Beim Prozessauftakt vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts nennt der Staatsanwalt am Donnerstag schockierende Einzelheiten: Die Täter sollen dem Mädchen mehrere Gegenstände vaginal eingeführt haben. Das Opfer habe sich dabei übergeben und geschrien.

Schließlich schleppten laut Staatsanwaltschaft drei der jungen Männer das Mädchen nach draußen. Ein Angeklagter habe das auf einem Laken liegende Opfer in den Hinterhof geschleift. Dabei erlitt die 14-Jährige Schürfwunden. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ließen die Täter der Anklage zufolge das Mädchen im Hinterhof zurück – bekleidet nur in Unterwäsche und einer Bluse. Schreiend konnte es auf sich aufmerksam machen.

Mädchen kam auf Intensivstation

Im Krankenhaus hatte das Mädchen eine Körpertemperatur von nur noch 35,4 Grad und einen Blutalkoholwert von 1,9 Promille. Es musste auf der Intensivstation behandelt werden.

Die Jugendlichen hätten von den eisigen Außentemperaturen gewusst und billigend in Kauf genommen, dass die 14-Jährige erfrieren konnte, führt der Staatsanwalt aus. Er wirft ihnen darum auch gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung vor. Die Anklagebehörde war zunächst von versuchtem Mord ausgegangen. Eine 15-Jährige muss sich ebenfalls wegen Beihilfe verantworten. Sie soll die Tat mit ihrem Smartphone gefilmt haben.

Suche nach Tätern war mühsam

Das Opfer stand unter Obhut des Jugendamtes Wandsbek und war in einer Jugendwohnung untergebracht. Die Suche nach den mutmaßlichen Tätern erwies sich als mühsam. Drei der Jugendlichen wurden zwei Wochen nach der Tat verhaftet, die 15-Jährige aber kurz darauf freigelassen. Die anderen beiden Verhafteten im Alter von 14 und damals 16 Jahren wurden in Jugendeinrichtungen untergebracht, aus denen sie dann entwichen, später jedoch wieder gefasst wurden. Nach den beiden weiteren Angeklagten fahndete die Polizei öffentlich. Daraufhin stellte sich der 21 Jahre alte Beschuldigte. Der 16-Jährige konnte von den Beamten Mitte März in Hamburg-Rahlstedt festgenommen werden.

Beim Prozessauftakt zeigen sich die Angeklagten wenig reumütig. Ausgelassen begrüßen sie Verwandte und Freunde im Zuschauerbereich. Die Mutter eines Angeklagten winkt und wirft ihm Kusshände zu. Breitbeinig gehend, im schwarzen Jogginganzug mit neongrünen Streifen bekleidet, stolziert ein mutmaßlicher Täter in Richtung Anklagebank.

Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

Vor dem Gerichtssaal zeigen sich auch die Bekannten der Angeklagten wenig beeindruckt. Einer gibt dem Opfer eine Mitschuld: „Was sucht sie denn auch dort bei den Männern?“, fragt er schulterzuckend. Auch die Freundin eines 17 Jahre alten Angeklagten ist da. Sie glaube nicht an die Vergewaltigung, sagt sie. „Sonst wäre ich ja wohl nicht mehr mit ihm zusammen“, fügt sie hinzu.

Weil vier Angeklagte minderjährig sind, hat das Gericht nach der Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung vom Prozess ausgeschlossen. (dpa)

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