US-Polizei

Beamter erschießt gehörlosen Fahrer bei Verkehrskontrolle

In den USA ist es erneut zu einem Fall von Polizeigewalt gekommen. Der Fall sorgt für Aufregung, weil das Opfer hörgeschädigt war.

Immer wieder kommt es in den USA bei Verkehrskontrollen zu Zwischenfällen. (Symbolbild)

Immer wieder kommt es in den USA bei Verkehrskontrollen zu Zwischenfällen. (Symbolbild)

Foto: aijohn784 / iStock

Charlotte.  Bei einer Verkehrskontrolle im US-Bundesstaat North Carolina ist ein 28-jähriger Mann von einem Polizisten erschossen worden. Medienberichten zufolge war das Opfer gehörlos.

Wie das lokale Nachrichtenportal „The Charlotte Observer“ berichtet, hat sich der Fall bereits am vergangenen Donnerstag ereignet. Der 28-jährige Daniel Kevin Harris sei am frühen Abend in einem Wohngebiet im Norden der Stadt Charlotte angehalten und kurze Zeit später erschossen worden. Grund für die Kontrolle soll eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf einer Autobahn kurz zuvor gewesen sein. Harris habe jedoch nicht bereits dort angehalten – US-Zeitungen vermuten, weil er die Sirenen nicht gehört habe. Harris’ Gehörlosigkeit ist laut „The Charlotte Observer“ aktenkundig. In einem Gerichtsprozess, in dem er vom Vorwurf des Diebstahls freigesprochen wurde, hatte Harris einen Gebärdendolmetscher in Anspruch genommen.

Gab es eine Auseinandersetzung?

Einige Medien wie die „New York Daily News“ berichten, dass ein Polizist sofort auf Harris geschossen habe, nach dem dieser ausgestiegen sei. Sowohl der Fernsehsender CBS wie auch der „Charlotte Observer“ berufen sich jedoch auf Polizeibericht und Statements, die von einer Auseinandersetzung zwischen Daniel Kevin Harris und dem Polizisten. Die Ermittlungsbehörden prüfen nun, ob der Polizist vorschnell gehandelt habe.

Die Familie von Daniel Kevin Harris hat derweil eine Spenden-Aktion ins Leben gerufen. Auf einer Internetplattform sammelt sie Geld für die Beerdigung. Die am Dienstag deutscher Zeit bereits 3000 Mal geteilte Anzeige hat bereits über 13.000 US-Dollar (ca. 11.500 Euro) erreicht (Stand Dienstagmorgen). An der Stelle an der Harris getötet wurde, haben Angehörige und Bekannte Kerzen aufgestellt und ein Herz auf die Fahrbahn gemalt.

In dem Spendenaufruf mahnt die Familie des Getöteten zu einem Ende der Polizeigewalt auf. Zudem fordert die Familie, das Registrierungs- und Abfragesystem von Autokennzeichen zu verbessern. Ihrer Meinung nach sollten Polizisten bei Kennzeichenabfragen sofort eine Meldung erhalten, wenn sie gehörlose Verkehrsteilnehmer gestoppt haben.

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